Geschichtliche Ausstellung sowie Marktstände

Töpferkunst als Bereicherung des Handwerkermarktes

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Die Initiatoren des Töpfermarktes und der Ausstellung vor dem Töpfer-W im Rathaus.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wildeshausen war vom 17. bis zum 19. Jahrhundert das Zentrum der Keramiktöpfer im Nordwesten. Daran möchten der Bürger- und Geschichtsverein (BGV), die Stadt und die Wildeshauser Schützengilde zu Pfingsten während des Handwerkermarktes mit einer Ausstellung und einem Töpfermarkt erinnern.

Das Angebot ist auf dem Stellmacherplatz und im rückwärtigen Teil des Stadthauses (ehemalige Fahrschule) geplant und soll den Handwerkermarkt am Pfingstsonntag und -montag sinnvoll ergänzen und stärken.

Nach Angaben der Kulturbeauftragten der Stadt, Birte Hogeback, wollen sieben Aussteller aus ganz Norddeutschland ihre Werke auf dem Platz präsentieren und verkaufen. Sollte noch jemand Interesse haben, kann er sich bei ihr unter Tel. 04431/88881 melden. Die Kunstschule möchte begleitend zeigen, wie man Ton künstlerisch verarbeiten kann.

Im Stadthaus zeigt der BGV die Geschichte der Töpferei in Wildeshausen auf. Eröffnung der Ausstellung ist am Pfingstsonntag um 11 Uhr. Geöffnet ist an beiden Tagen bis um 18 Uhr.

Die beiden Tongefäße von Helga Müller.

„Lange Zeit war gar nicht bekannt, dass Wildeshausen ein Zentrum der Töpferkunst war“, berichtete Cornelia Harms vom BGV. Erst in den 1970er-Jahren sei man in Oldenburg darauf aufmerksam geworden, und in den 1990er-Jahren habe man in Zwischenbrücken und im Bereich der alten Molkerei zahlreiche alte Töpferwaren gefunden. Es handelte sich in erster Linie um normale Gebrauchstöpferei, manche trug das Wildeshauser Töpfer-W als Zeichen für den Produktionsort.

Zur Blütezeit der Töpferkunst gab es in Wildeshausen 16 Meister, die an verschiedenen Stelle im Stadtgebiet ihre Brennöfen hatten. Unter anderem an der Düsternstraße. Dort fand Fritz Müller 1970 bei Grabungsarbeiten für den Bau seines Geschäftes zwei fast vollständig erhaltene Vorratskrüge. Diese befinden sich nun im Besitz der Tochter Helga, die die beiden Exponate nun im Rahmen der Ausstellung zu Pfingsten zeigen wird.

„Dazu kommen noch Objekte, die wir aus dem Museumsdorf Cloppenburg erhalten haben“, berichtet Harms. Ziel sei es, die Bandbreite der Erzeugnisse zu zeigen. Die Dokumentation belegt aber auch, dass es Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Töpferwesen in Wildeshausen zu Ende ging. Die Zünfte wurden durch einen Erlass Napoleons aufgelöst, sodass Manufakturen schneller, günstiger und in größeren Stückzahlen produzieren konnten. Zwar versuchten sich die Wildeshauser Töpfer zu wehren, am Ende verloren sie aber ihren Einfluss.

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