Ampel schon lange beantragt

Entsetzen unter Bürgern nach tödlichem Unfall in Wildeshausen: „Wir wollen hier keine weiteren Toten“

Ein Bild des Schreckens: Nach dem Unfall lagen auf dem Boden die zerstörten Rennräder sowie Material der Rettungssanitäter. Foto: dr
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Ein Bild des Schreckens: Nach dem Unfall lagen auf dem Boden die zerstörten Rennräder sowie Material der Rettungssanitäter.

Nach einer tödlichen Kollision zwischen einem Renault und einer Radsport-Gruppe ist in Wildeshausen das Entsetzen unter Bürgern enorm. Die Politik hat eine Debatte losgetreten.

  • Tödlicher Unfall in Wildeshausen: Entsetzen bei Bürgern
  • Landkreis Oldenburg misst im Bereich der Unfallstelle regelmäßig Tempo
  • Zweiter verletzter Radfahrer hat überlebt

Wildeshausen – Der schwere Unfall am Mittwoch im Kreuzungsbereich der Reckumer Straße mit der Harpstedter Straße in Wildeshausen hat viele Bürger aufgeschreckt. Neben großem Entsetzen, das insbesondere in den sozialen Netzwerken nach der Berichterstattung zu dem schrecklichen Vorfall geäußert wurde, gab es wieder massive Kritik an der Situation im Bereich der Harpstedter Straße. Anwohner fordern dort schon lange weitere sichere Querungsmöglichkeiten.

Die SPD-Fraktion im Wildeshauser Stadtrat hatte bereits im Oktober 2018 einen Antrag gestellt, eine Ampel zu installieren. Daraufhin hatte die Stadt an mehreren Stellen die Querungszahlen ermittelt und an den Landkreis Oldenburg weitergereicht. Wie berichtet, wurden innerhalb von einer Stunde in Höhe der Reckumer Straße 41 querende Fußgänger sowie 23 Radfahrer auf der falschen Straßenseite notiert.

Debatte nach tödlichem Unfall in Wildeshausen: Zahl der Querungen nicht hoch genug

Nach Einschätzung des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Oldenburg sind die Zahlen jedoch nicht hoch genug, um eine Ampelanlage zu rechtfertigen. Die Stadt könnte jedoch eine Dunkelampel finanzieren, die nur nach Bedarf in Betrieb gesetzt wird, hieß es vor Monaten.

Das ist bislang aber nicht geschehen, und die Signalanlage hätte den Unfall am Mittwoch wohl auch nicht verhindert, weil dem Unglück menschliches Versagen vorausging. Nach Auskunft der Polizei hatte sich der 22-jährige Unfallverursacher mit seinem Auto von der Reckumer Straße kommend ganz langsam in den Kreuzungsbereich hineingetastet und dennoch den Renault einer 37-jährigen Wildeshauserin übersehen, die anschließend mit ihrem Wagen in die Gruppe Rennradfahrer geriet und die letzten beiden Männer voll erwischte.

Tödlicher Unfall in Wildeshausen: Landkreis misst regelmäßig die Geschwindigkeit

In dem Bereich der Harpstedter Straße führt der Landkreis Oldenburg regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen durch, weil viele Kraftfahrer von außerorts kommend deutlich zu schnell in Richtung Innenstadt fahren. „Ganz schrecklich, ein Kreisverkehr könnte sicher dafür sorgen, dass dort mehr Übersicht herrscht“, regte eine Leserin bei Facebook an. Eine Anwohnerin betonte: „Das muss jetzt umgesetzt werden. Wir als direkte Anwohner sehen und hören jeden Tag, was hier abgeht. Jeden Tag Raser – ob Auto oder Motorräder. Die reinste Rennstrecke. Es muss jetzt gehandelt werden! Wir wollen hier keine weiteren Verletzten oder Tote.“

Nach tödlichem Unfall in Wildeshausen: Zweiter verletzter Radfahrer hat überlebt

Andere Kommentierende fragen sich: „Warum muss immer erst etwas passieren, bis die werten Damen und Herren in ihren Büros tätig werden? Genau so, wie am Westring und in diversen Tempo-30-Zonen der Stadt.“

Wie berichtet, war am Mittwoch ein Radrennfahrer an den Folgen des Unfalls gestorben, der sich um 11.50 Uhr ereignet hatte. Ein zweiter Radfahrer wurde bei der Kollision mit einem Auto lebensgefährlich verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Nach Auskunft der Polizei hat der 61-jährige Mann aus der Gemeinde Großenkneten den Unfall überlebt und befindet sich im Krankenhaus.

Vor Ort waren vier Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und der Notarzt des Landkreises Oldenburg. Die Straße war stundenlang gesperrt.

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