Sanierung des Fachwerkhauses ab geschlossen

Wenn aus zerfallenem Speicher ein Schmuckstück wird

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Vorher und nachher: Viele Passanten können kaum glauben was für ein Schmuckstück aus diesem 201 Jahre alten Fachwerkspeicher geworden ist. Schon bald soll das Haus bewohnt sein.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. So richtig glauben mochte es seinerzeit wohl kaum jemand, dass ein zerfallenes Fachwerkhaus, das immerhin 201 Jahre auf dem Buckel hat, noch zu renovieren und herzurichten ist. Die Rede ist von dem alten Speichergebäude an der Grünen Straße in der Kreisstadt. Der Wildeshauser Timo Poppe hat jedoch den Beweis angetreten.

Heute steht an dieser Stelle ein schmuckes Fachwerkhaus, das schon bald bezogen werden soll. Über Suchert Immobilien wird jetzt ein Mieter gesucht

„Eine ganz besondere Herausforderung waren die Statik sowie der Erhalt der alten Holzkonstruktion. Dafür war es dringend erforderlich, sehr erfahrene Handwerker einzusetzen“, so Poppe. Und ein Blick ins Gebäude zeigt, dass ihm dies gelungen ist. „In der Tat! Daher gilt mein Dank auch der Firma Grotelüschen und Hallo aus Neerstedt und ihrem Vorarbeiter Reinhold Hoffmann, der hier das fast Unmögliche möglich gemacht hat.“ Dabei zeigt er auf einige dicke Eichenbalken in der Decke, die zum Teil verfault waren: „In wahrer Puzzlearbeit hat Reinhold hier alles wieder geflickt, die einzelnen Stücke exakt dem alten Gebälk angepasst.“

Schwierig: Gebäude hatte kein Fundament

Eine weitere Schwierigkeit war, dass das Gebäude hätte absacken können, weil es kein Fundament hatte. „Daher musste das Bauwerk in der Tat zunächst etwas aufgebockt werden, um dann Stück für Stück ein Fundament einbringen zu können“, so Poppe. Daher hätten die Arbeiten insgesamt fünf Monate länger gedauert als geplant gewesen sei: „Aber es wurde eben alles in sehr zeitaufwendiger Art und Weise vernünftig hergestellt. Und das war sehr wichtig.“

Vorher und nachher: Viele Passanten können kaum glauben was für ein Schmuckstück aus diesem 201 Jahre alten Fachwerkspeicher geworden ist. Schon bald soll das Haus bewohnt sein.

Der Gang durchs Haus zeigt, dass Poppe nicht übertreibt. Alles ist modern aber dennoch nach den Richtlinien des Denkmalschutzes hergerichtet. „Die Zusammenarbeit mit dieser Behörde des Landkreises hat wirklich sehr gut geklappt“, betont Poppe. Dann fällt der Blick auf eine silberne Tür in der Wand. „Das ist ein kleiner Clou an der Wohnung. Da ein regulärer Fahrstuhl nicht möglich war, haben wir einen kleinen Lastenfahrstuhl eingebaut, in dem verschiedene Waren oder Getränkekisten nach oben oder unten befördert werden können“, erklärt der Bauherr. Falls es ein Mieter wünsche, könne jedoch ein Treppenlifter nachträglich eingebaut werden.

„Stückchen der alten Stadt beleben“

Die Wohnung hat eine Größe von etwa 140 Quadratmetern und verfügt über zwei Dachterrassen. „Nicht zu vergessen der herrliche Blick auf unsere Alexanderkirche“, so Poppe. Zudem gibt es einen Stellplatz fürs Auto sowie einen kleinen Schuppen. „Parkraum ist heute eben sehr wichtig“, betont Poppe.

Wahre Handwerkskunst war gefragt, als es darum ging, die dicken Eichenbalken zu restaurieren.

Zurückblickend sei er überaus froh, diese Sanierung in Angriff genommen zu haben: „Mir war natürlich bewusst, dass es eine echte Herausforderung sein wird. Das Haus hat früher meiner Oma und dann meinem Vater Heino gehört. Ich habe daher entschieden, dieses denkmalgeschützte Gebäude wieder herrichten zu lassen.“

Es sei schließlich eines der letzten echten alten Bauwerke im historischen Kern der Wittekindstadt: „Meine Motivation für diese wirklich sehr aufwendige Renovierung war es, hier ein Stückchen der alten Stadt nicht nur zu erhalten, sondern auch zu beleben.“ Auch wenn es sehr viel Arbeit und Stress gewesen sei, würde er es immer wieder so machen. Es ist außerdem eines der ältesten Häuser, die wir in der Wittekindstadt noch haben. Und die müssen bleiben.“

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