Junglandwirt Niklas Behrens beklagt Emissionsrecht

Tierwohl und Umweltschutz lassen sich nicht so leicht vereinbaren

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Greta Behrens, Stephan Möller, Andre Heinemann, Niels Christian Heinz, Niklas Behrens, Christian Dürr und Marion Vosteen im Gespräch über heimische Landwirtschaft.

Düngstrup - Mehr Tierwohl und besserer Umweltschutz – das lässt sich in der Landwirtschaft derzeit offenbar nicht immer vereinbaren, obwohl beides erstrebenswert ist. Zumindest fehlt es aktuell oft an praktikablen Lösungen, die für Landwirte auch wirtschaftlich darstellbar sind.

Diese Erfahrung machten der FDP-Bundestagskandidat Christian Dürr und der Landtagskandidat der Liberalen, Niels-Christian Heinz, im Rahmen eines Besuches auf dem Hof von Greta und Niklas Behrens in Düngstrup. Es handelt sich um einen Zwei-Generationen-Familienbetrieb mit 160 Hektar Fläche, einer Hähnchenmast mit 180.000 Tieren sowie einer Schweinemast mit 900 Tieren.

Ideen scheitern am Emissionsrecht

Das Anwesen lässt sich nach Angaben von Niklas Behrens bis ins Jahr 1556 zurückdatieren. Der junge Mann bildet Landwirte aus und ist mit seinem Betrieb gut für die Zukunft aufgestellt.

Doch die Familie Behrens möchte ihren Hof weiterentwickeln. „Wir wünschen uns qualitatives Wachstum“, sagt der Bauer, der auch Vorsitzender der Junglandwirte in Niedersachsen ist. „Wir haben Ideen, aber die scheitern oft am Emissionsrecht.“

Denkbar wäre für den Hof beispielsweise die Maßnahme, einen Außenklimareiz im Schweinestall zu schaffen, indem eine Wand geöffnet und mit einem Netz versehen wird. Doch wenn der Stall geöffnet wird, steigen die Emissionen – und das bringt in einem Dorf wie Düngstrup Probleme mit sich.

Die Bauerschaft beherbergt einige landwirtschaftliche Intensivbetriebe. Dazu kommen Windenergie- und Biogasanlagen.

„Verlässliche Regelung in 20 Jahren hilft uns nicht“

Damit ist Düngstrup ohnehin schon stark belastet, eine neue Maßnahme im Rahmen des Tierwohles ist deshalb bei enger Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen nicht genehmigungsfähig. „In der Konsequenz weichen Betriebe dann in die Fläche aus“, so Heinz. Das aber würde weiteren Landverbrauch nach sich ziehen, der ebenfalls nicht gewollt wäre.

„Wir wünschen uns schnelle und praktische Lösungen“, sagte Behrens. „In 20 Jahren hilft uns eine verlässliche Regelung auch nicht mehr.“ Dann könnte es nämlich sein, dass in Bauerschaften wie Düngstrup nicht mehr so gewirtschaftet werde, wie es bislang der Fall sei.

Landwirte fordern mehr Spielräume

Dürr sah zunächst auch keine schnellen und einfachen Lösungen. „Wir müssen Bewegung in die Sache bringen und mehr Spielraum schaffen“, betonte er. „Hier vor Ort findet Landwirtschaft statt. Wenn es mehr Tierwohl geben soll, muss man auch mit höheren Geruchsemissionen rechnen.“

Denkbar, so Dürr, sei es vielleicht, jeweils die besondere Lage von landwirtschaftlichen Betrieben im Auge zu haben. Mit starren Auflagen könne man da nicht zu Lösungen kommen. Das sah auch Niklas Behrens so, der immerhin 2 500 Junglandwirte vertritt und auf deren Innovationsbereitschaft setzt. „Da gibt es viele gute Ideen bei den Mitgliedern. Es wäre schade, wenn mehr Tierwohl an Emissionsrecht scheitert“, bekräftigte er. 

dr

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