Tierseuchen wieder ein Thema

Geflügel- und Schweinepest: Veterinäramt des Landkreises ist vorbereitet

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Wildschweine können die Afrikanische Schweinepest auf Hausschweine übertragen.

Landkreis Oldenburg – Seit Anfang des Jahres sind in Polen mehr als 100.000 Puten und Hühner wegen einer möglichen Infektion mit der Geflügelpest getötet worden. „Dies ist ein Zeichen, dass man auch in Zeiten der Schweinepest andere Seuchen nicht vernachlässigen sollte“, kommentierte Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts, die Meldungen aus Osteuropa.

Doch auch die Afrikanische Schweinepest ist in den vergangenen Tagen erneut zum Thema geworden: Bulgarien meldete 2020 bereits vier neue Ausbrüche. Ein infiziertes Wildschwein ist in Polen, rund 21 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, gefunden worden – so nah wie noch nie. Wie steht es beim Landkreis Oldenburg um die Vorbereitung auf mögliche Tierseuchenfälle?

„Grundsätzlich sind die Ausbrüche beunruhigend, aber sie kommen nicht unerwartet“, kommentiert Carsten Görner, Leiter des Veterinäramts, die aktuellen Geflügelpestmeldungen. 2017 habe es im Landkreis acht Seuchenfälle gegeben – damals habe die Behörde Erfahrung mit dem Umgang damit sammeln können. Da die Krankheit durch Zugvögel übertragen werde, bleibe die Gefahr stets bestehen, sagt Görner. Aber: „Wir wissen ziemlich genau, was uns erwartet.“

Mehr Sorgen macht ihm die Afrikanische Schweinepest – gerade weil es hierzulande noch keine Erfahrungen damit gibt. Außerdem seien die Bedingungen in den Bundesländern und Regionen sehr unterschiedlich, erläutert Görner. In einem waldreichen Land wie Brandenburg, wo die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung derzeit am höchsten ist, sei es schwieriger, einen Kadaver zu entdecken. Doch zugleich könnten leichter Vorkehrungen getroffen und ein Schutzzaun errichtet werden.

Ein Zaun quer durch den Landkreis Oldenburg?

Das sei im dicht besiedelten Landkreis mit vielen Straßen nicht so einfach, sagt Görner: „Eine Ortschaft komplett mit einem Zaun zu umgeben, ist ein Problem.“ Die Behörde habe zur Vorsorge einen Kühlcontainer für infizierte Kadaver angeschafft sowie mehrere Sets für deren Bergung. Sie sollen verhindern, dass die toten Tiere über den Waldboden geschleift und so weitere Ansteckungen riskiert werden.

Die Folgen eines Ausbruchs seien vor allem für die Landwirtschaft schwer abzuschätzen. Würde der Preis für Schweinefleisch rapide fallen – oder es überhaupt noch jemand kaufen? Was geschieht mit schlachtreifen Tieren, die niemand haben will, weder im In- noch im Ausland?

Görner kann diese Fragen nicht beantworten. Doch er warnt davor, wegen der aktuellen Fälle zu schnell in zu große Aufregung zu geraten. „Wir haben jetzt eine weitere Eskalationsstufe, weil die Seuche in der Nähe der Grenze ist.“ Die nächste trete ein, wenn die Krankheit diese überschreite, womit Görner in diesem Jahr rechnet. Es sei wichtig, dann die volle Aufmerksamkeit der Menschen zu haben – und sie nicht zuvor zu erschöpfen.

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