Tierschutz-Prozess: Urteil in dieser Woche?

Anklage betrifft noch sechs Pferde

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Dieses Pferd soll starke Schmerzen gehabt haben.

Wildeshausen - Die Beweisaufnahme im Amtsgerichts-Prozess wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz auf einem Hof in Bargloy im Jahr 2011 ist seit gestern abgeschlossen. Richter Jens Lobschat forderte Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf, die Plädoyers vorzubereiten. Von diversen Anklagepunkten wie mangelnder Ernährung und nicht ausreichender Bewegung von 43 Pferden sowie vernachlässigter Hufpflege ist aber schon jetzt nicht mehr viel geblieben, was beweisbar oder strafrechtlich relevant ist.

Bei der Urteilsfindung geht es lediglich noch um die ausgebliebene Hufpflege bei sechs Pferden, für die sich der Angeklagte, der zurzeit in Beckeln wohnt, gestern noch einmal entschuldigte. Er verwies aber auch auf die „Umstände, wie es dazu gekommen ist“. Seinen Angaben zufolge war er vor der Wegnahme der Tiere durch das Veterinäramt wiederholt von Tierschützern angezeigt worden. Diese hätten sowohl Futterlieferanten als auch Hufschmiede beeinflusst oder bedroht, so dass er mit seinem Betrieb in eine Notlage geraten sei.

Die gestrige Beweisaufnahme beschäftigte sich mit dem Gutachten der Tierärztin Dr. Anna Rötting aus Hannover. Diese hatte auf Grundlage von zahlreichen Fotos und Videos den Zustand der Tiere nach der Wegnahme beurteilt und war bei neun Pferden zur Einschätzung gekommen, dass sie mit hoher oder sehr hoher Wahrscheinlichkeit Schmerzen wegen unterlassener Hufpflege und damit verbundenen Fehlstellungen der Beine erleiden mussten. Die Hufe seien deutlich zu lang gewesen und zum Teil seit einem Jahr nicht mehr gepflegt worden. „Wenn Pferde als Fluchttiere so instabil sind, dass sie nicht mehr schnell ausweichen können, dann bedeutet das für mich Leiden“, so die Tierärztin. Die Tierhaltung sei auf jeden Fall nicht artgerecht gewesen.

Bei drei Pferden ließ sich jedoch nicht zweifelsfrei belegen, ob nicht Verletzungen auch durch die anschließende Haltung des Veterinäramtes in einem ehemaligen Rinderstall mit Spaltboden oder in einer Gruppe von Hengsten im Alter von zwei bis sieben Jahren entstanden waren.

Denkbar ist nun sogar, dass es morgen in der Verhandlung einvernehmliche Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung zum Strafmaß geben wird.

dr

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