Veterinäramt in mehreren Fällen benachrichtigt 

Kaum Trinkwasser: Tierschützer beklagen Elend von Pferden

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Leere oder umgeworfene Trinkkübel und niemand, der sie wieder auffüllt. Dieses Bild bietet sich Passanten auf einer Weide am Twistringer Weg in Wildeshausen.

Wildeshausen - Mit Temperaturen bis zu 30 Grad war der Dienstag der heißeste Tag im August dieses Jahres. Während die Menschen in den Schatten gehen können, haben Pferde es nicht so leicht, insbesondere dann, wenn der Halter ihnen keinen Unterstand und Wasser bietet.

Tierschützer meldeten in den vergangenen Tagen mehrere Fälle, in denen ihrer Meinung nach Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu beklagen sind. Sie fühlen sich vom Veterinäramt oft nicht genügend ernst genommen.

Von einem gravierenden Fall der Vernachlässigung berichtet Christian Hannig jetzt aus Wildeshausen. Zwei Stuten mit ihren Fohlen stehen auf einer Weide am Twistringer Weg. Spaziergänger, denen zum wiederholten Mal aufgefallen war, dass diese Tiere nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden, informierten das Veterinäramt. Sie machten dort auch deutlich, dass bei einem weiteren Vorkommnis dieser Art die Besitzerin der Pferde mit einer förmlichen Anzeige rechnen muss.

„Bei hohen Temperaturen stehen Stuten und Fohlen vor leeren, verstreut herumliegenden Wasserbehältern. Erst vor wenigen Tagen wurden die Tiere auf eindringliches Bitten einer Bürgerin von einem anderen Pferdehalter mit Trinkwasser notversorgt“, berichtet Hannig. „Dieser zeigte sich zwar sehr hilfsbereit, machte aber auch deutlich, dass die Versorgung dieser Tiere verpflichtende Aufgabe der Besitzerin ist.“ Der Bedarf pro Tier kann nach Expertenmeinung bis zu 30 Liter am Tag betragen. Im Tierschutzgesetz steht: „Den Tieren muss 24 Stunden täglich frei zugänglich Wasser in entsprechender Qualität zur Verfügung stehen.“

Bis vor wenigen Tagen standen diese Pferde ohne Schutz auf einer Weide, die mit Stacheldraht umzäunt ist. 

An anderer Stelle gibt es offenbar weitere Missstände. So nennen Tierschützer, die nicht genannt werden möchten, Pferde auf einer Weide im Pestruper Moor, die durch Stacheldrahtzäune gefährdet sind. Seit einigen Wochen gibt es einen Kontakt zum Veterinäramt, indem es um vier Pferde geht, die in Ahlhorn auf einer Weide stehen. Ein fünftes todkrankes Pferd ist nach Intervention des Veterinäramtes bereits von der Weide geholt worden. Doch die Tierschützer beklagen, dass es auch den anderen Pferden nicht gut geht. Zwar sei wohl genug Wasser vorhanden, der Halter werfe aber offenbar nur alle paar Tage Heuballen auf die Wiese, die stark abgegrast sei. Problematisch sei auch, dass ein Baum auf der Weide nicht genügend Schatten für die vier Tiere gebe, ein Unterstand fehle völlig. „In den Nächten wird es jetzt schon wieder kalt. Da benötigen die Pferde Schutz“, so eine Frau, die die Lage beobachtet.

Kritik erntet der Halter auch dafür, dass ein Stacheldrahtzaun um die Wiese installiert ist. Jetzt soll zwar auf Drängen des Veterinäramtes eine Litze als Absperrung vor den Zaun gezogen worden sein, diese schütze die Tiere aber nicht komplett, so Reiter, die die Situation bewerten und wohl auch schon vergeblich versucht haben, dem Halter ein Tier abzukaufen, um es artgerechter zu halten. „Der Fall ist bekannt“, teilte Oliver Galeotti vom Landkreis Oldenburg jetzt mit. „Das Veterinäramt arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung.“ Allerdings sei man an Regelungen gebunden, wirbt Galeotti um Verständnis. Das brauche manchmal etwas Zeit.

dr

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