Tierheim in Hanstedt mit Katzenpension geplant

Tierschutzgruppe: „Wir machen trotzdem weiter“

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Die Tierschutzgruppe plant ein Tierheim mit Katzenpension in Hanstedt.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Nachdem die Gemeinden Hatten und Großenkneten beschlossen haben, ihre Fundtiere in Zukunft an das private Tierheim in Bergedorf zu geben, hat die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) bekräftigt, dennoch ein eigenes Tierheim betreiben zu wollen. Es wird nun eine „kleine Lösung“ angestrebt.

Die kann so aussehen, dass das Projekt in Hanstedt verwirklicht und zusätzlich eine Katzenpension betrieben wird. „Dafür besteht definitiv Bedarf“, heißt es in einer Mitteilung der TSGW. Allerdings befindet sich der Verein aktuell in einer Warteschleife, weil der Verwaltungsausschuss der Stadt Wildeshausen erst am 15. März über die Fundtierverträge für die Kreisstadt entscheidet. Dem nicht öffentlich tagenden Gremium liegen mehrere Bewerbungen vor.

Sollte Wildeshausen einen Vertrag mit der TSGW abschließen und die Gemeinde Dötlingen an den Verträgen festhalten wollen, hätten die Tierschützer die finanzielle Grundlage für ein kleines Heim in Hanstedt. „Wir werden auch in Zukunft unseren vertraglichen Verpflichtungen wie gewohnt korrekt und im Sinne der Tiere nachkommen“, betonte der Vorstand nach einer Sitzung am Montagabend und zeigte sich über die Entwicklungen in jüngerer Zeit verärgert: „Haben wir von Hatten auf unser Angebot wenigstens eine direkt an uns gerichtete Absage erhalten, so hat es Großenkneten bis heute nicht für nötig befunden, uns eine Entscheidung mitzuteilen. Wir erfuhren es einmal mehr aus der Presse“, kritisieren die Tierschützer in einer Mitteilung. Es habe im Rat von Großenkneten ganz offensichtlich eine große Rolle gespielt, dass sich die TSGW in Sachen Massentierhaltung engagiert habe, heißt es dort weiter. „Dies wurde von der dortigen Politik so negativ bewertet, dass die von uns im Rahmen der bestehenden Fundtierverträge über rund eineinhalb Jahrzehnte erbrachte gute, zuverlässige und kostengünstige Leistung keinerlei Berücksichtigung fand.“

Die Tierschützer betonen, dass sie vor einigen Wochen ihr Konzept für das Projekt in Hanstedt der Verwaltungsspitze von Großenkneten vorgestellt hatten. Es seien auch Informationsmappen für die Ratsfraktionen übergeben worden.

„Das Argument der fehlenden Planungssicherheit bei der Hundeunterbringung ist fadenscheinig, da diese gesichert ist“, kritisiert die TSGW die Äußerungen aus Großenkneten. Grundsätzlich sei dazu festzustellen, dass es bei aller Kompromissbereitschaft nicht sein könne, dass „nur wir immer in der Bringschuld sind. Auch wir erwarten von unseren Vertragspartnern, dass sie sich an gebräuchliche Spielregeln halten“, heißt es weiter. Und: „Wenn ein Vertragspartner ausgebootet wird, weil sich die in der Agrarwirtschaft involvierten Ratsmitglieder durch das Engagement der Tierschutzgruppe gegen die Massentierhaltung und Mega-Schlachthöfe geärgert fühlen, dann ist das ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.“

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