Tierheim Bergedorf: Staatsanwalt aktiv

Anklage wegen Tötung von 20 Katzen

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Mehr als 20 Katzen sollen in Bergedorf euthanasiert worden sein.

Landkreis - Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Anklage gegen zwei Betreiber des Tierheims Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee) und einen Tierarzt beim Amtsgericht Delmenhorst erhoben. Wie Staatsanwalt Martin Rüppell unserer Zeitung bestätigte, geht es um Euthanasierung (das Töten von Tieren, die man als nicht „lebenswert“ oder „lebensfähig“ betrachtet) von über 20 Katzen des Tierheims.

Offenbar handelte es sich um erkrankte Katzen oder Wildkatzen, die als nicht vermittelbar eingeschätzt wurden. „Das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, so Rüppell. „Nach Bewertung des Kollegen lag für eine Euthanasierung kein vernünftiger Grund vor“. Die Taten haben sich laut Anklage in der Zeit von März 2011 bis November 2012 ereignet. Der Tierarzt soll die Katzen auf Wunsch der Tierheimbetreiber eingeschläfert haben.

Thomas Pünjer, Pressesprecher des Amtsgerichtes Delmenhorst, bestätigte den Eingang der Anklage für Mai dieses Jahres. Im Juni sei die Anklage den Beteiligten zugestellt worden. „Den Beschuldigten wird im Rahmen eines Zwischenverfahrens Gelegenheit gegeben, Stellung zu beziehen“, so Pünjer. Nach einer gründlichen Überprüfung könne wohl im Dezember darüber entschieden werden, ob es zu einer Hauptverhandlung komme. Mit den Vorwürfen müsse man sich „ausführlich auseinandersetzen“.

Der Betreiber des Tierheims in Bergedorf, Mark Ungnade, zeigte sich gegenüber unserer Zeitung überrascht von der Anklage. Ihm sei nichts darüber bekannt. Er müsse mit seinem Anwalt sprechen, teilte er mit.

Die Vorwürfe dürften für das Tierheim aus mehreren Gründen ungelegen kommen. Einerseits ist Bergedorf bei Landkreis-Kommunen (Hatten, Wildeshausen, Großenkneten), die ihre Fundtierunterbringung neu organisieren wollen, im Gespräch. So hatte der Betreiber in diesem Jahr gegenüber der Stadt Wildeshausen behauptet, dass alle Ermittlungen gegen ihn eingestellt seien.

Anderseits hat Ungnade gerade einen Bauantrag für eine deutliche Vergrößerung des Tierheims eingereicht. Im Frühjahr möchte er mit den Arbeiten beginnen. Geplant ist der Bau eines Pavillons auf dem Gelände des bisherigen Katzenhauses. In dem Gebäude sollen auf einer Fläche von 87 Quadratmetern sechs Katzenzimmer mit Freilaufflächen entstehen. Zudem plant Ungnade ein weiteres Katzenhaus mit drei Zimmern auf einem anderen Areal. Auch für die Hunde soll es fünf neue Pavillons geben. Die Kosten kalkuliert der Betreiber mit 800000 Euro. Diese sollen durch Banken sowie Einnahmen aus der Fundtierversorgung und der Tierpension hereingeholt werden.

dr

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