Veterinäramt mit positiver Stellungnahme / Baugenehmigung steht bevor

Tierhaus: Start einer neuen Reise

Noch ein Stall, bald ein Tierhaus? Das Gebäude in Hanstedt soll umgebaut werden.
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Noch ein Stall, bald ein Tierhaus? Das Gebäude in Hanstedt soll umgebaut werden.

Wildeshausen – Die Tierschutzgruppe (TSG) Oldenburg Land hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund in Hannover eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem Tierhaus in Hanstedt (Landgemeinde Wildeshausen) genommen. „Die veterinärrechtliche Stellungnahme ist positiv. Die Reise geht los“, bestätigte Peter Nieslony, Bauordnungsamtsleiter im Kreishaus. Die Stellungnahme ist Grundvoraussetzung für eine Baugenehmigung, nachdem eine Bauvoranfrage bereits vor Jahren positiv beschieden worden war.

Für die Tierschutzgruppe folgen nach dieser Hürde weitere, denn vor einem Bau müssen die Ehrenamtlichen bei den Kommunen Zusagen für Fundtierverträge einwerben. Außerdem werden sie in der Bevölkerung um Spenden bitten, denn das Projekt ist nicht unter 200 000 Euro zu realisieren. Bis zu 130 000 Euro sollten auf diesem Weg hereinkommen, damit die Finanzierung steht, so die Vorsitzende des Vereins, Anne Grafe-Weibrecht.

Vorerst ist aber nichts endgültig entschieden. Laut Nieslony fehlt noch eine Stellungnahme aus der Kreisverwaltung, die aber wohl kein Hindernis darstellen sollte. Dann erfolge die abschließende Prüfung durch den Bezirksingenieur. Erst danach könne es zu einer Baugenehmigung für den Umbau des alten Schweinestalls in Hanstedt kommen.

Wenn alles klappt, liegen die Papiere bis spätestens Ende des Jahres vor. Nach dem Umbau dürften in dem Haus rund 40 Fundkatzen und einige Kleintiere wie Kaninchen und Hamster untergebracht werden. Alle Katzen müssen nach Angaben von Grafe-Weibrecht zunächst untersucht und separiert werden. Dafür gibt es spezielle Räume, bevor es in die normalen Käfige geht. Zudem ist noch Platz für 15 Pensionskatzen, die nur vorübergehend untergebracht werden.

Voraussetzung für den Betrieb des Tierhauses ist die Anstellung eines ausgebildeten Tierpflegers. Das hat die Tierschutzgruppe zugesichert. Weitere Unklarheiten konnten im Rahmen von Treffen mit Vertretern des Deutschen Tierschutzbundes beseitigt werden. „Der Tierschutzbund, in dem wir Mitglied sind, wird uns auch weiter tatkräftig begleiten“, freut sich Grafe-Weibrecht. Sowohl der Verband als auch das Veterinäramt seien davon überzeugt, dass es ein weiteres Tierheim im Landkreis Oldenburg geben sollte.

Schon jetzt kommt es offenbar vor, dass das Tierheim in Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee) nicht alle Fundtiere aufnehmen kann, weil nicht genügend Plätze vorhanden sind. „Grundsätzlich kann jeder, der ein Fundtier entdeckt, dieses zum Ordnungsamt der Gemeinde bringen und dort im Büro lassen“, so Grafe-Weibrecht. Denn letztlich seien die Kommunen für die Unterbringung der Tiere zuständig.

Die Gemeinden im Landkreis und die Stadt Wildeshausen versuchen, ihre Zuständigkeit an Tierheime zu delegieren. So haben beispielsweise die Stadt Wildeshausen und die Gemeinden Dötlingen und Hatten Verträge mit dem Tierheim in Bergedorf abgeschlossen. Diese Vereinbarungen laufen im nächsten oder übernächsten Jahr aus. „Wenn wir mit diesen Gemeinden Vereinbarungen treffen könnten, dann wäre ein Tierheim finanzierbar“, zeichnet Grafe-Weibrecht ein Szenario auf, das die Ehrenamtlichen wieder in die Verantwortung bringen könnte – nachdem sie wegen eines fehlenden Tierheims vor Jahren alle Verträge verloren hatten.

Eine Erweiterung des Tierhauses für die Unterbringung von Hunden ist derzeit übrigens nicht geplant. Laut Nieslony wäre dafür eine weitere Genehmigung erforderlich, weil es dann auch um Lärmemissionen geht.

Grafe-Weibrecht sieht da ohnehin keine Dringlichkeit. Der Platz wäre vorhanden, aber das Thema Hundeunterbringung spiele im Tierschutz in den vergangenen Jahren eine immer kleinere Rolle, sagt sie.

Von Dierk Rohdenburg

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