Tiere sind „wolfssicher“ im Schafkoben des Heimatvereins untergebracht

Knapp 100 Mutterschafe pflegen das Gräberfeld

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Die Moorschnucken verbeißen Heidekraut und Birkenaufwuchs.

Wildeshausen - Die turnusmäßige Beweidung des Pestruper Gräberfeldes geht weiter. Fast 100 Mutterschafe und ein Schafbock sorgen in den nächsten Wochen für den notwendigen Verbiss von Heidekraut sowie des Birken- und Kiefernaufwuchses. Im südlichen Bereich des Naturschutzgebietes wurde größerer Birkenanflug im Sommer durch die Mitarbeiter des Forstamtes Ahlhorn entfernt, wie Revierförster Heiner Brüning aus Barnstorf mitteilt.

Abends werden die Diepholzer Moorschnucken im Koben des Heimatvereins Düngstrup „wolfssicher“ weggeschlossen. „Ein herzliches Dankeschön an den Heimatverein“, so Heiner Brüning. „Was würden wir ohne den Schafkoben machen?“

Die Besucher des Gräberfeldes werden gebeten, die Schafe nicht zu beunruhigen und vor allem an die Leinenpflicht für Hunde zu denken.

Bis vor wenigen Jahren wussten nur Eingeweihte, dass die Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Ahlhorn eines der größten noch erhaltenen Gräberfelder aus der Bronze- und Eisenzeit ihr eigen nennen: das Pestruper Gräberfeld. Mit seinen 531 Grabhügeln ist das Gebiet mitten im Naturpark Wildeshauser Geest die wohl größte noch erhaltene Nekropole (Begräbnisstätte) jener Zeit im nördlichen Mitteleuropa.

Das Gräberfeld ist bedeckt von einer malerischen Heidelandschaft von fast 40 Hektar Größe, das nicht nur zur Heideblüte ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen ist, sondern ganzjährig viele Besucher anzieht.

Bereits 1819 erließ die Herzogliche Kammer in Oldenburg die erste Verordnung zum Schutz von Großstein- und Hügelgräbern. Seitdem erfolgte auch der Ankauf schutzwürdiger Flächen im Herzogtum Oldenburg. Das Gräberfeld wurde vom Land Oldenburg 1908 erworben. Seit 1938 steht das Gebiet unter Naturschutz. Es ist ebenfalls Bodendenkmal und seit 1992 Grabungsschutzgebiet.

Seit einigen Jahren gehört es zum europäischen Natura 2000-Netz als so genanntes Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet. Ziel ist es, die Heidefläche und die Gräber als Bodendenkmäler in ihrer jetzigen Form zu erhalten. 2005 stellte massiver Befall der überalterten Heidepflanzen durch den Heideblattkäfer und die Ausbreitung der Drahtschmiele die Verantwortlichen vor große Probleme. Ein Runder Tisch mit allen Interessierten wurde 2006 vom Forstamt eingerichtet. Ab 2007 wurde die Beweidung mit den sehr genügsamen hornlosen Diepholzer Moorschnucken gestartet.

dr

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