Veterinäre reagieren auf starken Zulauf von Patienten aus weiter Entfernung

Tierärztlicher Notdienst stark belastet

Hilfe in der Not: Die Tierärzte bieten Bereitschaftsdienste an, die stark besucht werden.
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Hilfe in der Not: Die Tierärzte bieten Bereitschaftsdienste an, die stark besucht werden.

Wildeshausen – Der Hund ist verletzt, die Katze hat Schmerzen, oder der Wellensittich verliert plötzlich alle Federn. Wenn das Tier in Not ist, dann setzen die Besitzer in der Regel alles daran, möglichst schnell Hilfe zu bekommen. Auch am Wochenende oder zu Zeiten, wenn die normale Tierartzpraxis geschlossen ist. Allerdings gerät gerade der tierärztliche Notdienst in der Region derzeit selbst an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.

Weil gleich mehrere Tierkliniken ihren Klinikstatus zurückgegeben haben, bieten sie keine Bereitschaft mehr an. Andere Tierkliniken sind völlig überlaufen und können nach eigenen Angaben oft nicht kostendeckend arbeiten. Dazu kommt noch, dass sich bislang nicht jeder Tierarzt an Notdiensten beteiligt, und deshalb landen zunehmend hilfesuchende Tierbesitzer von weither bei den vor Ort ansässigen Ärzten, die eine Bereitschaft organsiert haben, um die eigenen Patienten nicht im Stich zu lassen.

„Wir hatten zuletzt Wochenenden, an denen die Notfälle aus größeren Entfernungen kamen“, berichtet Elisabeth Rösel, die mit ihrem Mann Ulli eine Kleintierpraxis an der Ahlhorner Straße in Wildeshausen betreibt. „Es rufen sogar Menschen aus Posthausen oder den Landkreisen Cloppenburg und Vechta an und fragen, ob sie vorbeikommen können.“ Zwar werde jeder Notfall behandelt, doch die Ärzte vor Ort seien mittlerweile am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Mit Konsequenzen: „Damit wir weiterhin einigermaßen ausgeruht und aufnahmefähig für unsere Patienten da sein können, haben wir, der Notdienstverbund der Praxen Miesner, Übermuth, Rösel und Böddeker, beschlossen, ab jetzt unsere Dienste nicht mehr in der Zeitung zu veröffentlichen“, teilt Jasmin Böddeker von der gleichnamigen Tierarztpraxis an der Harpstedter Straße mit. Allerdings würden die Notdienste weiter auf der Homepage oder per Anrufbeantworter genannt.

Jeder Tierarzt ist zu Notdienst verpflichtet

Böddeker und die Kollegen hoffen, dass jeder Halter im Notfall seinen eigenen Haustierarzt kontaktiert. Entweder würden die Tiere dort behandelt oder der Anruf werde von dort an Notfallpraxen weitergeleitet, heißt es.

Laut Verordnung ist eigentlich jeder Tierarzt verpflichtet, einen Notdienst zu organisieren – entweder in eigener Verantwortung oder im Verbund mit Kollegen. Die Tierärztekammer hat den Praxen im Landkreis nun eine Frist bis zum 30. Juni gesetzt, um eine Lösung zu finden. Derartige Bestrebungen gibt es wohl. So wollen sich Praxen im Raum Delmenhorst/Ganderkesee und im Bereich Wardenburg/Hatten ähnlich organisieren. Auch in den Nachbarlandkreisen gibt es Pläne, die tierärztliche Versorgung besser zu organisieren. Deshalb hoffen die Tierärzte vor Ort, dass sich die Situation bald wieder entspannt – und vielleicht ab dem Sommer die Notrufnummern auch wieder in der Zeitung genannt werden können.

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