Thobias Keese-Jonas ist seit zweieinhalb Jahren rechtlicher Betreuer

„Sehr viel Verantwortung“

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Egbert Ahlrichs, Thorben Kienert und Thobias Keese-Jonas (von links) stellten die Betreuer-Tätigkeit vor.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Die Verantwortung, die er übernommen hat, ist sehr groß. Aber der 32-jährige Thobias Keese-Jonas bekleidet sein Ehrenamt als rechtlicher Betreuer von drei Menschen mit Assistenzbedarf auch nach zweieinhalb Jahren noch sehr gerne. Eingesetzt wird er vom Betreuungsverein Oldenburg-Land.

Gestern gaben er, der geschäftsführende Mitarbeiter des Vereins, Egbert Ahlrichs, und der Leiter der Wildeshauser Freiwilligenagentur „mischMIT“, Thorben Kienert, einen kleinen Einblick in die verantwortungsvolle Tätigkeit.

„Es ist ja nicht mehr wie früher, als die Menschen recht schnell einfach entmündigt wurden“, betonte Ahlrichs. Heute bleibe vielmehr jeder Mensch zunächst voll geschäftsfähig: „Nur dann, wenn sich der Betroffene in irgendwelchen Belangen massiv schädigt, schreitet eventuell das Gericht ein und legt Grundlagen fest.“ Bis dahin müssten sich die Klienten und Betreuer einigen.

So sieht es auch bei Keese-Jonas aus, dessen Klienten noch geschäftsfähig sind. „Meine Aufgaben sind die Vermögens- und Gesundheitsvorsorge, das Sichten der Post, die ohnehin an mich geschickt wird, sowie einige andere administrative Aufgaben“, erklärte der Betreuer. Auch wenn er seinen Klienten zum Teil das Geld zuteile, so geschehe alles in Absprache: „Wenn jemand etwas mehr Geld für eine Anschaffung benötigt, dann ist das natürlich auch in Ordnung. Wir klären dann diese Käufe ab.“

Es werde ohnehin alles, was machbar ist oder nicht, besprochen, um eine Lösung herbeizuführen: „Ich bin eigentlich der Organisator, der die Interessen der Menschen durchzusetzen hat.“ Allerdings könne die Arbeit eines Betreuers auch so weit reichen, dass er das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen bekomme: „Meine Aufgaben sind aber auch, die Klienten in negativen Dingen zu vertreten. So kann es vorkommen, dass ich es mit der Polizei zu tun bekomme.“ Allerdings sei er nicht dafür da, mit den Menschen einkaufen oder spazieren zu gehen: „Ich bin eben ausschließlich für die rechtliche Schiene zuständig.“

An seine ehrenamtliche Tätigkeit ist er über die Freiwilligenagentur gekommen, die eng mit dem Betreuungsverein zusammenarbeitet, um weitere Betreuer zu rekrutieren. „Aufgrund der vielen Behinderteneinrichtungen im Landkreis ist der Bedarf recht groß“, erklärte Ahlrichs. Das sieht auch Kienert so: „Natürlich werden diese Ehrenamtlichen zuvor auf ihre Tätigkeit vorbereitet.“

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