Thema „Asylanten“ beschäftigt Neuntklässler der Realschule

Reden statt vorverurteilen

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Schnell stellten die Besucher fest, dass auch Snacks aus anderen Kulturen lecker sein können.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Ein gesundes und verständiges Miteinander mit Asylanten in der Kreisstadt hat sich das Jugendparlament auf die Fahnen geschrieben. Und die Nachwuchs-Politiker werden nicht müde, Aktionen und Projekte aus dem Boden zu „stampfen“, um den Weg zu ebnen. Jüngstes „Kind“ waren zwei Projekttage mit dem neunten Jahrgang der Realschule.

Die Aktionstage gipfelten gestern in einer großen Ausstellung in der Aula. Schnell wurde dem Betrachter deutlich, dass die Jugendlichen das Thema „Fremde Kulturen und Asylanten“ von vielen Seiten beleuchtet hatten.

Das bestätigte auch Vertrauenslehrer Sebastian Sommerfeld: „Die Schüler haben voll reingekniet, um das Thema zu verarbeiten.“ Allerdings sei deutlich geworden, dass es grundsätzlich eine skeptische Haltung gegenüber Fremden gebe: „Diese ist oft geprägt von den Vorurteilen der Eltern und Großeltern. Ich bin aber der Meinung, dass mit diesen Projekttagen einiges ausgeräumt werden konnte.“

Insgesamt gab es acht Workshops. Darunter auch „Dokumentation“. Dabei wurde alles gefilmt, was sich während der beiden Tage in der Schule abgespielt hat. Oder aber „Journalismus und Interview“. In diesem Workshop machten sich die Jugendlichen auf den Weg in die Stadt, um eine Umfrage zum Thema „Asylanten“ zu machen. Die Antworten waren recht unterschiedlich und drückten oft auch Unmut aus. Zudem wurden Vorträge vorbereitet und gehalten sowie Artikel geschrieben. Und die Ausbeute war nicht schlecht, an Stellwänden konnte das Ergebnis gestern begutachtet werden.

Nicht zu vergessen das Theaterstück, das mit Unterstützung von Berufsschülern eingeübt und vor den sechsten und siebten Klassen aufgeführt wurde. Darin ging es um Toleranz gegenüber Migranten. Gekonnt zeigten die Schüler auf, dass Vorurteile nichts bringen. Als die ausländische Schülerin zum ersten Mal in die Klasse kommt, wird sie von fast allen missachtet. Nur eine Mitschülerin steht ihr zur Seite, fordert die anderen auf, vor den Vorurteilen das Gespräch zu suchen. Und siehe da, die Neue ist gar nicht so anders oder gar komisch.

Sichtlich angetan waren die Besucher der Ausstellung von den kleinen Snacks. Natürlich kamen die auch aus anderen Kulturen. Entstanden waren sie ebenfalls im einem Workshop. Hinzu kamen „Spiele aus anderen Kulturen“, an denen sich die Gäste erfreuen konnten. Schnell wurde klar, dass es wichtig ist, sich mit den anderen Menschen zu beschäftigen, um sie verstehen.

Überaus zufrieden mit dem Verlauf des Projekts zeigte sich der stellvertretende Vorsitzende des Jugendparlaments, Matthias Kluck. „Die Idee, so etwas mit einer Schule auf die Beine zu stellen, hatten wir. Die Realschule hat sehr schnell das größte Interesse signalisiert, sodass wir uns für eine Zusammenarbeit mit diesen Schülern entschieden haben.“ Es sei wichtig, Verständnis zu schaffen: Wir dürfen nicht übereinander, sondern wir müssen miteinander reden. Und das auch mit Menschen anderer Kulturen.“

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