Theaterstück „Hexenkuss und Zaubermus“ begeistert Grundschüler

Die Hexe darf bleiben

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Die Hexe Mirakula lehnt Neues kategorisch ab – sehr zum Unmut der Zuschauer.

Wildeshausen - Ein wenig langweilig ist es ja schon, das spießbürgerliche Leben der Hexe Mirakula. Aber immerhin: Sie hat ihre Ruhe in ihrem kleinen, deutschen Hexenreich. Eine Freundin wäre zwar nicht schlecht, aber der nötige Zauberspruch will ihr einfach nicht gelingen. Eigentlich prima also, dass plötzlich die Hexe Serpentina in ihre heile Welt platzt. Aber Serpentina, die ihr eigenes Reich notgedrungen verlassen musste, ist anders. Und passt damit so gar nicht in Mirakulas beschränktes Weltbild.

„Hexenkuss und Zaubermus“, lautet der Titel des Theaterstücks, das gestern gleich zwei Mal im Rahmen der interkulturellen Woche im Wildeshauser Jugendzentrum aufgeführt wurde. Die Thematik – Toleranz, Migration und Integration – ist bezüglich der derzeitigen Flüchtlingsdebatte aktueller denn je, und wurde den Grundschülern von Wall-, Holbein- und St.-Peter-Schule auf kindgerechte Art und Weise eindrucksvoll verdeutlicht.

„Kenn ich nicht, will ich nicht, mach ich nicht“: Neue Einflüsse lehnt die Hexe Mirakula kategorisch ab. Veränderungen? Hier bleibt alles so, wie es war. Dumm nur, dass der so spontan in ihr Leben geplatzte Neuankömmling Serpentina ein chaotisches Energiebündel ist – in ihrer Welt ist eben alles ein wenig lauter, bunter und chaotischer. Um das Problem zu lösen, sieht Mirakula nur einen Ausweg: „Die soll wieder abhauen!“

Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass die Kinder die Intention des Stückes verstanden haben. Vor Aufregung hält es die Grundschüler kaum auf ihren Stühlen, eine lautstarke Protestwelle rauscht durch das Jugendzentrum. Liegen die Sympathien doch schon längst auf Seiten der Neuen.

Doch auch ein eilig ausgehandelter Kompromiss spitzt die Situation nur noch weiter zu. Serpentina darf zunächst bleiben, fünf Minuten, in einem abgesteckten Bereich, ohne etwas anzufassen. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Die Gängeleien nehmen kein Ende und auf einen Beleidigungswettstreit folgt ein handfester Eklat um eine Tasse Tee und die Seite eines Zauberbuchs. Die Situation eskaliert. Doch erst, nachdem Serpentina ihre Hexenkollegin in einen großen, grünen Frosch verwandelt hat, wird beiden klar, dass es so nicht weitergeht. Und so entwickelt sich trotz aller Unterschiede genau die Freundschaft, auf die die ursprünglich doch so engstirnige Mirakula schon lange gewartet hatte.

lka

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