Temperaturen in der Region Oldenburg deutlich höher als üblich

Wetterdienst: Dezember einer der mildesten seit 1961

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Von der Temperatur her könnten sich Weihnachtsmann und Osterhase dieses Jahr die Hand geben.

Landkreis - Laut deutschem Wetterdienst (DWD) könnte es einer der mildesten Dezember-Monate seit 1961 sein, den die Region Oldenburg derzeit erlebt. An Weihnachten und den Folgetagen sei zunächst auch keine große Änderung der milden Temperaturen zu erwarten, so die öffentliche Einrichtung. Nur zu Silvester hin deute sich derzeit eine leichte Abkühlung an.

Für die Region Oldenburg beträgt der 30-jährige Mittelwert für den Dezember eigentlich 2,5 Grad Celsius. Doch in diesem Jahr übertreffen die Temperaturen diesen Wert deutlich. Laut DWD beträgt die Abweichung plus 6,4 Grad. Heißt: Im Schnitt ist es derzeit mit 9,1 Grad deutlich zu warm.

Daraus lassen sich aber noch keine Vorhersagen für den Januar oder Februar treffen, dies sei noch völlig offen, so Ralf Kuschnik vom Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung des DWD in Braunschweig. Anders als bei den Temperaturen sei beim Niederschlag noch „Luft nach oben“. Das langjährige Mittel im Dezember betrage 66 Liter pro Quadratmeter. „Bisher wurden davon rund 55 Prozent erreicht“, erklärt der Meteorologe.

Landwirtschaft

kaum betroffen

Was aber bedeutet das für die Landwirtschaft und die Natur? Laut Kreislandvolk kann es zu Problemen kommen, wenn es eine Warmwetterperiode von drei bis vier Wochen gibt. „Allerdings machen ein paar Tage warmes Wetter nichts aus“, sagte Sprecherin Thale Alfs.

Auch der Nabu meint, dass die Tier- und Pflanzenwelt durch das warme Wetter nur geringfügig beeinträchtigt wird. „Aber es gibt Überraschungen im heimischen Garten“, teilten die Umweltschützer mit. Noch immer seien Fliegen, Wespen und Schmetterlinge aktiv. Hasel, Erle oder Krokusse könnten schon austreiben.

„Selbst Insekten schwirren noch durch die Luft, und der ein oder andere fängt sich sogar noch einen Mückenstich ein“, teilte der Nabu mit. Die Tiere würden erst bei längerer Kälte sterben oder dann in ihre Winterstarre fallen. „Die wenigen kühlen Tage bisher konnten viele von ihnen überstehen.“

Aufgrund der milden Dezembertemperaturen seien derzeit auch mehr Stare, Bachstelzen und Hausrotschwänze zu sehen als normalerweise. Diese so genannten Kurzstreckenzieher würden ausharren, da sie immer noch genügend Nahrung im Laubstreu finden.

Am Boden und unter dem Laub seien noch Schnecken, Würmer und andere Wirbellose aktiv. „Erst wenn mit der Kälte auch der Nahrungsmangel kommt, haben Kurzstreckenzieher einen Grund, in wärmere Gegenden im Süden auszuweichen“, so der Nabu.

Von Nahrungsmangel könne auch bei Igeln noch keine Rede sein. Viele von ihnen seien noch aktiv und würden sich mehr vom dringend benötigten Winterspeck anfressen. „Dabei sind es vor allem Weibchen und Jungigel, die ihr Winterquartier grundsätzlich später beziehen. Erst wenn es richtig kühl wird und somit das Nahrungsangebot sinkt, begibt sich der Igel in den Winterschlaf“, informiert der Nabu.

bor

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