Aus dem Gericht

Telefonterror gegen Ex-Partnerin: Bis zu 50 Anrufe am Tag

´Telefonterror den ganzen Tag: Der Vorwurf ließ sich jedoch vor Gericht nicht beweisen.
+
´Telefonterror den ganzen Tag: Der Vorwurf ließ sich jedoch vor Gericht nicht beweisen.

Wildeshausen – Weil ein 51-jähriger Mann aus der Gemeinde Großenkneten einer 20 Jahre jüngeren Frau, mit der er eine kurze Beziehung hatte, nach der Trennung einem Telefonterror ausgesetzt haben sollte, erhielt er vor gut einem Jahr einen Strafbefehl wegen Nachstellung über 1 050 Euro zugesandt. Er legte dagegen Einspruch ein, sodass am Freitag darüber vor dem Amtsgericht in Wildeshausen verhandelt wurde. Der Mann hatte Erfolg: Er wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Die Richterin zeigte sich jedoch überzeugt davon, dass der 51-Jährige die Anrufe getätigt hatte, und gab ihm mit auf den Weg: „Das ist eine Sauerei, was Sie gemacht haben.“

Angeklager streitet alles ab

Der Großenkneter stritt alles ab. Er habe nach der einvernehmlichen Trennung kaum noch Kontakt zu der ehemaligen Geliebten gehabt, sagte er.

Zwar wurde er im vergangenen Jahr wegen Nötigung der Frau im Straßenverkehr verurteilt und forderte gerichtlich – bislang erfolglos – 1 000 Euro zurück. Doch angerufen habe er sie nach der Trennung nicht, erklärte er und fügte hinzu: „Sie hat mich später noch mal angerufen und gesagt, sie würde mich jetzt fertigmachen.“

Fangschaltung eingerichtet

Das schilderte die 31-Jährige ganz anders. „Je mehr Schritte ich zurückgemacht habe, desto schlimmer wurde es“, berichtete sie. „Ich wurde regelrecht bombardiert mit Anrufen.“ Die Frau hatte schließlich ihre E-Mail-Adresse und die Handynummer geändert. Dann allerdings soll der Mann täglich bis zu 50 Mal mit unterdrückter Nummer bei der Wildeshauser Arbeitsstelle der Frau angerufen haben. Viele Telefonate, so der Vorgesetzte der Frau, seien dokumentiert, aber alle ohne eine Nummer.

Schließlich wurde sogar ab dem 6. Dezember 2019 eine Fangschaltung eingerichtet. Die Polizei hielt zuvor bei dem Mann eine Gefährderansprache. Und schlagartig gab es keine Anrufe mehr.

„Es spricht deshalb vieles dafür, dass es der Angeklagte war“, fand die Staatsanwältin und beharrte weiter auf die Höhe der Summe im Strafbefehl. Der Verteidiger hingegen machte klar, dass nicht ein einziger Beweis vorliegt. „Das ist eine ungute Konstellation“, betonte er. „Hier ist im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden.“

Das sah die Richterin genauso. Sie sprach von einer klaren Indizienkette, aber dem Fehlen von Beweisen. Zudem habe es bei dem Opfer offenbar keine schwerwiegenden Beeinträchtigungen durch die Anrufe gegeben. Somit könne das Urteil nur Freispruch lauten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Villa Knagge verkauft

Villa Knagge verkauft

Villa Knagge verkauft
Horrorunfall ohne Führerschein verursacht

Horrorunfall ohne Führerschein verursacht

Horrorunfall ohne Führerschein verursacht
Extra-Schutz vor Wasserschäden?

Extra-Schutz vor Wasserschäden?

Extra-Schutz vor Wasserschäden?
„Das ist jetzt ihr Vogel“

„Das ist jetzt ihr Vogel“

„Das ist jetzt ihr Vogel“

Kommentare