Vor 60 Jahren trat Heidi Süß ihre Maurerlehre an

110 Jahre Rangbau: Im Team stets sehr wohl gefühlt

Mauern war während der Zwischenprüfung für Heidi Süß angesagt.

Wildeshausen -  Seit nunmehr 110 Jahren steht der Name Rangbau in der Wittekindstadt nicht nur für Qualität und Verlässlichkeit. Vielmehr ist das Unternehmen eng mit der Entwicklung Wildeshausens und der Region verbunden. Am 1. April 1907 gründete Maurermeister Robert Rang das Geschäft, das er 40 Jahre lang führte. Im Jahr 1947 übernahm Sohn Hermann Rang die Führung – 1959 gefolgt von Günter Rang. Er wiederum übergab die Leitung 1991 an Helmut Rang. Jetzt hat sich Heidi Baumann, geborene Süß, gemeldet, die vor 60 Jahren als Maurerlehrling bei Rangbau begonnen hat.

„Herzlichen Glückwunsch meinem ehemaligen Lehrbetrieb zum 110-jährigen Bestehen. Durch Zufall bekam ich von einem damaligen Schulfreund aus Wildeshausen den Artikel über die Firma zugeschickt“, schreibt die heute 80-Jährige. Sie lebe seit 45 Jahren in der Nähe von Frankfurt und habe sich sehr gefreut, etwas von ihrem ehemaligen Lehrbetrieb und seiner Expansion zu hören.

Aus eigener Erfahrung könne sie Folgendes dazu beitragen: „Bereits vor 60 Jahren gehörte die Firma Rang in Wildeshausen zu den fortschrittlichsten Bauunternehmen im Oldenburger Land – sogar in Niedersachsen. Ich war nämlich der erste weibliche Lehrling in diesem Beruf, den der Großvater des jetzigen Patrons des Unternehmens eingestellt hat. Heute, im Zeitalter von Frauenfußball und Quotenregelung, sind Frauen in traditionell männliche Berufen nicht mehr selten. Damals war es fast ein No-Go, ein junges Mädchen als Maurerlehrling zu beschäftigen.“

Gute Erinnerungen an harte Arbeit

Noch sehr gut könne sie sich an diese Zeit erinnern und denke oft und gerne daran zurück: „Obwohl die Arbeit nicht leicht war, und wir im Sommer durchaus zehn Stunden am Tag auf dem Bau arbeiten mussten, habe ich mich in dem Team von etwa zehn Mitarbeitern sehr wohl gefühlt. Bei Bedarf wurden noch Handlanger dazugenommen. Es gab kein Mobbing unter den Kollegen, dafür sorgte schon der Meister.“ Im Gegenteil, der Schabernack, den sie wie alle anderen Frischlinge erleben musste, habe gezeigt, „dass mich meine Kollegen voll akzeptiert haben“. Das in dieser Zeit Erlernte sei stets von Nutzen fürs spätere Leben gewesen.

„Ich danke auf diesem Wege noch einmal meinem Altmeister Hermann Rang und auch seinem Sohn Günter dafür, dass sie mich auf meinen späteren Beruf im Baugewerbe vorbereitet haben. Es hat durchaus mein Selbstbewusstsein gestärkt, um mich als Frau in der Männerwelt des Bauhandwerks behaupten zu können“, so Baumann. Zudem wünsche sie dem Unternehmen auch für die kommenden Jahre alles Gute und viel Erfolg.

jd

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