Wasserspiegel eines Sees sinkt massiv

Tausende Fische in Düngstrup verendet

Kein schöner Anblick: Seit Tagen liegen verendete Fische entlang des Seeufers und vergammeln.
+
Kein schöner Anblick: Seit Tagen liegen verendete Fische entlang des Seeufers und vergammeln.

Düngstrup - Von Dierk Rohdenburg. Der Anblick an einem Gewässer in Düngstrup ist erschreckend: Auf mehreren hundert Metern liegen am Ufer im seichten Wasser Tausende tote Fische mit einer Körperlänge von bis zu 15 Zentimeter.

Nach Auskunft von Anwohnern haben sich Reiher schon die deutlich größeren gestrandeten Exemplare geholt. Doch warum sind hier überhaupt so viele Fische qualvoll gestorben? Eine offizielle Auskunft war am Montag nicht zu bekommen, ein Schuldiger ist möglicherweise nicht so leicht zu finden. 

Fakt ist, dass es sich bei dem mehrere Hektar großen Bereich in Nähe der Goldenstedter Straße an der Grenze zu Kleinenkneten um eine Bodenabbaustelle handelte. „Die Genehmigung zum Lehmabbau stammt aus den 80er-Jahren“, so Renate Wilgen vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg. Im Rekultivierungsplan für die Zeit nach dem Lehmabbau seien wechselfeuchte Stellen aufgeführt. 

„Der Bereich sollte sich selbst überlassen werden. Es war dort kein Gewässer vorgesehen“, erklärt Wilgen aus den Akten. Offenbar habe sich der Lehm später verdichtet, sodass ein stehendes Gewässer entstanden sei. „Und ohne dass wir es wussten, hat der Besitzer wohl auch Wasser zugeführt“, so Wilgen.

Früher wurde Wasser zugeführt

Diese Poller sollen bis vor Monaten fast komplett vom Wasser bedeckt gewesen sein.

Nach Auskunft von Anwohnern ist der Wasserspiegel vor Jahren knapp zwei Meter höher gewesen, als es jetzt der Fall ist. So befindet sich im Wald eine Pumpstation, über die früher Wasser zugeführt wurde.

Dem Vernehmen nach wurde das Gebiet vor über einem Jahr verkauft. Der neue Besitzer habe dann aber festgestellt, dass die Erhaltung des Gewässers deutlich aufwendiger ist als gedacht und strebe eine Rückabwicklung des Vertrages an.

Das wollte die Kreisverwaltung nicht bestätigen. Da aber kein Wasser zugeführt werden soll, sei es in Ordnung, wenn der Spiegel nun sinke, so Wilgen. „Wir haben dem Besitzer aber zur Auflage gemacht, vorher abzufischen.“ Ob das nicht oder nicht im nötigen Maße geschehen sei, entziehe sich ihrer Kenntnis. Möglicherweise seien die Hitze und der fehlende Regen ein Grund für das nun schnelle Absinken des Wassersstandes gewesen.

Nach derzeitigem Stand sieht es nicht danach aus, dass das massenhafte Fischsterben eine Konsequenz hat. Es liegt zumindest keine Anzeige vor.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Corona-Testzentrum öffnet in Zeven

Corona-Testzentrum öffnet in Zeven

Thomas Schäfer ist tot – Sein Leben in Bildern

Thomas Schäfer ist tot – Sein Leben in Bildern

Überforderung im Sport vermeiden

Überforderung im Sport vermeiden

Warum Rasenroboter doch noch einen Gärtner brauchen

Warum Rasenroboter doch noch einen Gärtner brauchen

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Oldenburg: 164 Personen in Quarantäne

Coronavirus im Landkreis Oldenburg: 164 Personen in Quarantäne

Corona: Eine Person ist schon wieder gesund

Corona: Eine Person ist schon wieder gesund

Johanneum rüstet weiter auf

Johanneum rüstet weiter auf

Einkaufshilfe für Harpstedter startet

Einkaufshilfe für Harpstedter startet

Kommentare