Sascha Kai Oltmann freut sich über das Ende einiger Einschränkungen / Keine Wettbewerbe

Tanzkurse für Neukunden wieder erlaubt

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Ein Bild aus früheren Tagen: Das Tanzpaar aus Wildeshausen darf seinen WM-Titel nicht verteidigen.

Wildeshausen – Zu den Branchen, in denen ab dem 15. Juni weitere Corona-Lockerungen greifen, gehören auch Tanzschulen. „Wir sind total erleichtert“, sagt Sascha Kai Oltmann vom Wildeshauser Tanzzentrum, der jetzt wieder Kurse für Neukunden anbieten darf. „Und wir haben auch noch Glück, dass wir keine großen Auflagen vom Ordnungsamt erhalten haben.“ Heißt: Es kann ohne Mundschutz getanzt werden. Das ist längst nicht überall so, beklagt Oltmann mit Blick auf den bundesweiten Flickenteppich bei den Corona-Lockerungen. So müssen in Bremen zum Beispiel 20 Quadratmeter pro tanzendem Paar zur Verfügung stehen, in Wildeshausen sind es zehn. Und in Baden-Württemberg dürfen Tanzschulen noch gar nicht öffnen. „Warum? Das ist doch unlogisch“, versteht Oltmann die unterschiedlichen Regeln nur bedingt und hat Verständnis für Kollegen, die sich benachteiligt fühlen.

Vor ein paar Wochen hatte sich Oltmann gemeinsam mit seiner Partnerin Carmen Anica Wenzel auf den Marktplatz in Wildeshausen gestellt und getanzt, um auf die schwierige Situation der Tanzschulen aufmerksam zu machen. „Ich habe viele positive Reaktionen bekommen“, freut sich der Wildeshauser.

Doch auch, wenn die Kurse jetzt wieder anlaufen, liegt ein wesentlicher Teil der Arbeit weiterhin brach. „Tanzcamps, Workshops, Lehrgänge oder Show-Dance – Ende Februar waren wir noch zum Euro-Dance-Festival in Rust, dann war Feierabend“, blickt Oltmann zurück. Die Tanzschule ist seit Mitte März zu.

Tanzen auf dem Marktplatz: Sascha Kai Oltmann und seine Partnerin Carmen Anica Wenzel.

Auch die Weltmeisterschaft ist abgesagt. Eigentlich wollten der Wildeshauser und seine Partnerin Wenzel am kommenden Sonntag, seinem Geburtstag, in Tschechien ihren Titel als Weltmeister im Discofox verteidigen, aber daraus wird nichts. Das Turnier ist abgesagt und hätte sowieso nicht stattfinden können. „Die Grenzen sind zu“, bedauert Oltmann. Auch die norddeutsche Regionalmeisterschaft am vergangenen Wochenende habe wie gleichartige Veranstaltungen wegen der Hygienevorschriften abgesagt werden müssen.

„Wir trainieren trotzdem“, sagt Oltmann, der von sich sagen kann, in der Corona-Pandemie nicht das ein oder andere Pfund zugelegt zu haben. Teilweise übten er und Wenzel sogar zweimal am Tag. Den Dachboden und die Garage habe er auch aufgeräumt, brennt der Wildeshauser darauf, wieder Tanzunterricht geben zu dürfen.

Wiederanfahren nach der Krise nicht einfach

Bisher dürfen die Stammkunden schon wieder ran. „Aber viele sind echt noch vorsichtig“, hat Oltmann beobachtet, der sich aber freut, dass sich die Wildeshauser kulant verhalten.

Jetzt hofft Oltmann, dass sich auch Neukunden blicken lassen. „Wir haben im Januar Anfängerkurse gegeben, und die Leute, die mitgemacht haben, hätten jetzt eigentlich Fortgeschrittenen-Kurse wahrgenommen. Diese Kundschaft ist weg, das ist erledigt“, macht er sich keine Illusionen, dass das Wiederhochfahren ein einfacher Schritt ist.

Überhaupt wird der Unterricht ein anderer sein als vor der Coronakrise. „Ich habe den Leuten sonst geholfen, ihnen gezeigt, wie eine Drehung funktioniert, oder es wurden Partner getauscht.“ Das sei jetzt alles schwierig, da Abstand gehalten werden müsse. Auch das gemütliche Quatschen nach dem Kurs entfällt. „Die sind dann alle gleich fort“, weiß Oltmann schon von den Stammkunden. „Es ist einfach komisch.“

Eigentlich wäre der Betrieb in den Sommerferien geschlossen, aber nun soll das Angebot auch dann fortgesetzt werden. „Wenn die Kunden da sind“, schränkt Oltmann ein.

Ganz zu Ende geht am Ende des Jahres die Zeit der festen Zweigstelle des Tanzzentrums in Twistringen. Man habe sich mit dem Vermieter nicht auf eine Verlängerung des Vertrages einigen können, informiert Oltmann. Es werde in Twistringen aber weiter Tanzkurse geben. Er könne bedarfsweise einen Saal anmieten.

Von Ove Bornholt

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