Abgabe kostet einen Euro

Feuerwehrleute sammeln 925 Tannenbäume - und ärgern sich über geizige Bürger

Die Tannenbäume landeten im Krandel in Containern. Der Service der Feuerwehr kostet einen Euro, den aber nicht jeder zahlen wollte. Foto: Feuerwehr
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Die Tannenbäume landeten im Krandel in Containern. Der Service der Feuerwehr kostet einen Euro, den aber nicht jeder zahlen wollte.

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Fast wie Weihnachten können einige Wildeshauser die Tannenbaumsammelaktion der Feuerwehr kaum erwarten. Als die Ehrenamtlichen aus der Kreisstadt und Düngstrup am Samstagmorgen gegen 9 Uhr ihre Standorte in Wildeshausen bezogen, mussten sie feststellen, dass so mancher Mitbürger schon da war – womöglich auch, um einen Euro zu sparen.

„Alle Jahre das Gleiche. Einige Bäume liegen bereits vor den Containern“, erzählte Christoph Brandes, der gemeinsam mit Andreas Schreiber im Krandel stationiert war. Ein Zeitgenosse lud gerade seinen Baum am Container ab, als die beiden gemeinsam mit den Helfern der Jugendfeuerwehr auf dem Parkplatz erschienen. „Der ist schnell abgehauen, als er uns gesehen hat“, ergänzte der Feuerwehrnachwuchs.

In einer Mitteilung der Brandschützer heißt es: „Leider mussten wir auch feststellen, dass wir wohl das Prozedere nicht ganz richtig erläutert haben. Dafür entschuldigen wir uns an dieser Stelle bei den vereinzelten Personen. Wir hatten vergessen zu sagen, dass wir ungern einfach Tannenbäume vor die Füße oder vor unserem Eintreffen an den Sammelstellen hingeworfen haben wollten. Denn das war nicht so wirklich Ziel des Ganzen. Aber da wir keine ,Unmenschen‘ sind, haben wir auch eure Tannenbäume mit weggebracht. Wer sich hier angesprochen fühlt, kann uns auch gerne noch dafür im Nachhinein, gerne auch persönlich, danken.“

Gut bei der Sache: Bei Netto (links) und im Krandel sammelten die Feuerwehrleute fleißig Tannenbäume.

Über so viel Geiz können die Feuerwehrleute bestenfalls schmunzeln. Erleben sie doch Jahr für Jahr, dass es auch anders geht. Die jungen Helfer werden mit Süßigkeiten überschüttet, und alle sind froh, dass sie ihre ausgedienten Bäume loswerden können. Kaum einer belässt es bei dem geforderten Euro. Einige Menschen nehmen die Aktion zum Anlass, um den Betrag zugunsten der Jugendfeuerwehr großzügig aufzustocken.

Hotdogs und heiße Getränke

Bis Mittag hatte das erste Team im Krandel bereits mehr als 80 Bäume angenommen. „Die Leute kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto nebst Anhänger“, berichtete Brandes. Ein Kunde wollte sich allerdings das lästige Aussaugen des vollgenadelten Kofferraums ersparen. Er befestigte die Edeltanne kurzerhand an der Anhängerkupplung und schleifte das ehemals festliche geschmückte Gehölz einfach über den Asphalt zur Sammelstelle.

Auch anderswo war viel los. René Siemer, Sebastian Henke und Leon Lenz warteten gemeinsam mit Daniel Müller auf dem Netto-Parkplatz auf Kundschaft. Bis zum Schichtwechsel um 12.30 Uhr hatten sie fast 70 Bäume entgegengenommen und in den bereitgestellten Container verfrachtet. „Die Temperaturen liegen zwar über dem Gefrierpunkt, doch der Wind zieht sogar durch die dicke Dienstkleidung“, verriet Daniel Müller. Für eine kleine Aufwärmung sorgten gegen Mittag Stadtbrandmeister Helmut Müller und Kathrin Schmidt von der Jugendfeuerwehr. Sie brachten den Teams heiße Getränke und Hotdogs.

An insgesamt sechs Standorten sammelten mehr als 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und der Jugendfeuerwehr 925 Tannenbäume. „Das sind 70 mehr als vor einem Jahr“, informierte Daniel Engels, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen. „Ein großer Dank geht wieder einmal an die Firma Remondis, die uns den Abtransport mit Containern und Mulden und die Entgegennahme der ausgedienten Bäume ermöglicht hat“, so Engels.

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