Täuber-Wucharz fühlt sich diskriminiert/„Vorwürfe sind nicht nachvollziehbar“

„Ziele katholischer Träger“

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Rund 500 Menschen verschiedenster Konfessionen arbeiten im Wildeshauser Krankenhaus.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Harte Worte richtet Savina Täuber-Wucharz gegen das Wildeshauser Krankenhaus Johanneum, namentlich gegen Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt. Sie spricht von Diskriminierung bei einem Einstellungsgespräch. Ein Vorwurf, der vom Krankenhaus strikt zurückgewiesen wird. „Die Stiftung Johanneum beschäftigt derzeit insgesamt 500 Mitarbeiter unterschiedlichster Konfessionen“, so Bartelt.

Täuber-Wucharz hatte sich auf die Stellenanzeige „Personalsachbearbeiterin in Voll- und/oder Teilzeit“ beworben. „Nach einem Vorstellungsgespräch wurde mir sehr schnell über meine Mailbox mitgeteilt, dass man mich einstellen will, und ich wurde zum Einstellungsgespräch eingeladen“, teilt die Bewerberin mit. Sie sei sehr freundlich empfangen worden: „Als mir dann aber mitgeteilt wurde, dass ich einer Konfession angehören und getauft sein sollte, glaubte ich zunächst an einen Scherz.“ Bartelt hätte ihr gesagt, dass es ihm unangenehm sei, das nicht schon beim Bewerbungsgespräch erwähnt zu haben.

„Dann wurde ich gefragt, ob ich mich taufen lassen würde. Das verneinte ich jedoch. Daraufhin wurde gesagt, dass das Krankenhaus sehr liberal sei und sogar Muslime einstelle. Aber jemanden, der nicht getauft sei, das ginge nicht“, so Täuber-Wucharz. Dann habe sie dem Verwaltungsdirektor mitgeteilt, dass eine Bekannte von ihr, die nicht getauft sei, seit zehn Jahren im Krankenhaus arbeite: „Die Antwort war, dass diese Mitarbeiterin aus Rostock komme. In den neuen Bundesländern sei die Kirche nicht so stark vertreten gewesen, sodass es in Ordnung sei, dass sie nicht getauft ist.“

Am nächsten Tag habe sie Bartelt nochmals angerufen: „Ich teilte ihm mit, dass er mich doch als Buddhistin ebenfalls einstellen könnte, wenn auch Katholiken, Evangelen, Muslime und Nichtgläubige aus Ostdeutschland eingestellt würden.“ Aber auch darauf habe es keine Antwort gegeben: „In einem weiteren Telefonat hat Herr Bartelt mir berichtet, dass sie nun doch eine Vollzeitkraft einstellen wollen. Und dass das zweite Gespräch kein Einstellungs- sondern ein weiteres Bewerbungsgespräch gewesen sei.“ Zur Einstellung sei es nicht mehr gekommen.

In seiner Stellungnahme verweist der Verwaltungsdirektor auf die Stellenanzeige. Darin ist zu lesen: ,,...positive Einstellung zu den Grundlagen/Zielen eines katholischen Trägers“. „Grundsätzlich behandeln wir Personalangelegenheiten aus datenschutzrechtlichen Gründen vertraulich. Im konkreten Fall können wir die Anschuldigungen nicht nachvollziehen“, betonte Bartelt. Auf die Stellenanzeige sei eine umfangreiche Zahl qualifizierter Bewerbungen eingegangen. Alle Bewerber seinen zu einem Kennenlerngespräch eingeladen worden: „In diesem Fall wurde, wie auch bei anderen Bewerbern, der Hinweis auf ein zweites Bewerbungsgespräch vor einer möglichen Einstellung gegeben.“ Im Rahmen dieses Gespräches seien konkrete Sachverhalte des Stellenprofils besprochen worden: „Jedoch ohne abschließend gültige vertragstaugliche Zusage auf diese Stelle.“

Der Verwaltungsdirektor wies zudem darauf hin, dass das Krankenhaus Mitglied im Landes-Caritasverband sei: „Und als kirchlicher Arbeitgeber gilt für uns bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern das kirchliche Arbeitsrecht auf Basis der ,Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse‘.“

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