Angeklagter hatte 3,67 Promille

Tätlichkeiten im Trinkermilieu

Symbolbild: dpa

Wildeshausen - An seinem 51. Geburstag wurde ein Wildeshauser mit massiven Alkoholproblemen zu drei Monaten Haft verurteilt, weil er am 24. September einen Kontrahenten so stark auf die Nase geschlagen haben soll, dass diese blutete. Unter dem Strich hatte der Arbeitslose noch viel Glück, dass sich eine erste Tat am 1. August 2015 nicht zweifelsfrei beweisen ließ, denn angesichts seiner elf einschlägigen Eintragungen im Bundeszentralregister wäre sonst eine deutlich längere Haftstrafe fällig gewesen.

Der Mann sah sich vor Gericht erneut als Opfer. Er schlage niemanden, beteuerte er. So soll es auch am 1. August gewesen sein, als er gegen 21 Uhr mit einer Begleiterin auf der Sögestraße in Wildeshausen unterwegs war. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte ihn, die Frau mit Fäusten geschlagen zu haben, dass sie eine Ellenbogenfraktur, eine Nasenprellung und Hämatome davon trug. Er habe zu diesem Zeitpunkt 3,67 Promille im Blut gehabt.

Der Angeklagte berichtete, er habe mit der Begleitung bei einem Kumpel Wodka getrunken. Mit einer weiteren Flasche seien er und die Frau draußen zu einer Bank gelaufen, wo sie weitergetrunken hätten. Als die Frau dann behauptet hätte, nicht mehr nach Hause zu können, seien sie zu ihrem Kumpel zurückgelaufen, der sich schon schlafen gelegt habe. „Ich gehe immer vorweg“, so der Angeklagte. Deshalb habe er auch gar nicht richtig mitbekommen, wie die Frau gestürzt sei und sich verletzt habe. „Wir treffen uns öfters und trinken zusammen“, so der 51-Jährige. Die Frau hingegen schilderte es eher so, dass sie die Gemeinsamkeit eher als unangenehm empfunden habe. Der Angeklagte habe sie mehrmals bedroht. An dem betreffenden Abend habe er sie nicht in Ruhe gelassen und vor der Tür so geschlagen, dass sie ohnmächtig geworden sei.

Die Zeugenvernehmung ließ keinen Zweifel daran, dass beide Beteiligte viel und gemeinsam trinken. So war es auch am 24. September in der Wohnung der Frau. Dort war der Nachbar gekommen, der offenbar ein wenig auf die Frau aufpasst. Das hatte dem 51-Jährigen wohl nicht gepasst. „Der ruft ständig die Polizei“, so der Angeklagte. Aber geschlagen haben wollte er nicht.

Letzlich ließ sich der erste Tatvorwurf nicht erhärten. Die zweite Tat war aber hinreichend beweisbar. Somit beantragte der Staatsanwalt lediglich für die Körperverletzung im September drei Monate Haft. Dem schloss sich die Richterin an. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, da sich die Frau als Nebenklägerin unzufrieden damit zeigte, dass die Tätlichkeit gegen sie nicht geahndet wurde. 

 dr

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