Relativ kostengünstige Alternative zu einem Schwimmbadneubau / Protest des Schwimmvereins

Sympathie für Allwetterbad

Mitglieder des Wildeshauser Schwimmvereins protestierten gegen den Bad-Notstand in Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Dierk RohdenburgWILDESHAUSEN · Ein Allwetterbad, das über die jetzige Freibadfläche gebaut werden würde, für etwa acht Millionen Euro realisiert werden könnte und fast wie ein neues Bad wäre – das scheint nach der gestrigen, über dreistündigen Diskussion im Haushalts-, Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss die favorisierte Lösung für ein neues Kurbad zu sein.

Eine Entscheidung wollte die Mehrheit der Politiker aber nicht fällen, ohne mit dem Bauausschuss diskutiert und die finanziellen Auswirkungen genau geprüft zu haben.

Druck machte dem Ausschuss gestern eine Demonstration von 30 Mitgliedern des Schwimmvereins Wildeshausen. Der Vorsitzende Andreas Meyer erklärte: „Wir gehen auf dem Zahnfleisch. Wir brauchen dringend eine Entscheidung, und wir sind sehr unzufrieden mit dem, was in den vergangenen fünf Jahren geschehen ist.“ Er plädierte dafür, das Freibad schon im April zu öffnen, damit in Wildeshausen endlich wieder geschwommen werden kann.

Was ist finanzierbar und was ist sinnvoll? Diese Frage stand gestern im Raum. Die IG Hallenbad hatte angeregt, den Bau eines Allwetterbades zu prüfen. Vertreter des Ingenieurbüros „Protec“ zeigten dann ausführlich auf, dass es sich dabei um eine vernünftige Alternative zu Sanierung oder Neubau handelt. Die Planer machten deutlich, dass eine Sanierung zwar günstig kalkuliert werden könnte, doch wisse man weder, wie lange man daran arbeiten müsse, noch, wie lange das Bad dann halte. Ein Allwetterbad wäre für etwa acht Millionen Euro finanzierbar. Die Wasserfläche wäre deutlich größer als im Hallenbad und nur unwesentlich kleiner als im Freibad. Selbst für Wettkämpfe wäre es geeignet, weil es zwei Langbahnen und vier Kurzbahnen hätte. Eine Edelstahlwanne würde in das bereits vorhandene große Freibadbecken eingelassen. Weiter genutzt werden könnte die Technik ebenso wie die Heizung. Allerdings würden Umkleideräume und eine flächenmäßig kleine Unterkellerung ganz neu gebaut werden. Die Heizung könnte über Fernwärmeleitungen von der Kläranlage unterstützt werden.

Die finanzielle Belastung des Haushaltes wäre mit 780 000 Euro jährlich vergleichbar mit einem Neubau, wenn die Eintrittspreise erhöht würden und die Besucherzahl steigt. „Doch woher nehmen wir das Geld?“, fragte Markus Grünloh (UWG), der ebenso wie Hartmut Frerichs (SPD) große Sympathien für das Allwetterbad erkennen ließ. Angesichts dessen, dass man in den kommenden Monaten nicht so schnell Geld auftreiben könne, plädierten Stefan Rollié und Volker Pickart dafür, die bereits für die Sanierung eingeplanten 4,2 Millionen Euro im Haushalt zu lassen und dann weiter zu beraten. Rollié machte zudem deutlich, dass er die Gesprächsergebnisse mit dem OOWV in die Beratungen mit einfließen lassen möchte. Der Wasserverband könnte theoretisch das Schwimmbad übernehmen oder die Stadt könnte das Klärwerk verkaufen und durch die Einnahmen ein Bad finanzieren. Mehr dazu in unserer morgigen Ausgabe.

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