Asiaten informieren sich über duale Ausbildung 

Südkoreanische Landwirte besuchen BBS Wildeshausen

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Der Leiter der Abteilung Agrarwirtschaft, Jürgen Strodthoff (Zweiter von links), zeigte der südkoreanischen Delegation den Standort der Berufsbildenden Schulen an der St.-Peter-Straße in der Kreisstadt.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Morgens die Feinheiten der deutschen dualen Ausbildung in den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen kennenlernen, mittags ins Restaurant „Alte Amtshaus“ und danach ab nach Hude zur Betriebsbesichtigung bei Milchviehalter sowie Bullenmäster Frank Emken: Eine 22-köpfige Delegation südkoreanischer Landwirtschaftsmeister hat am Dienstag im Landkreis Oldenburg Station gemacht. Die meisten sind Obstbauern, aber auch ein Züchter mit 800 Sauen und 12.000 Mastschweinplätzen in einem vierstöckigen Stall ist darunter.

Man kann schwerlich behaupten, dass die Ausbildung zum Landwirt bei den BBS den allergrößten Stellenwert einnimmt. Lediglich 60 der insgesamt 2 000 Schüler lernen das Bauernhandwerk. Aber der Leiter der Abteilung Agrarwirtschaft, Jürgen Strodthoff, hatte während seines Studiums in Göttingen Anfang der 1990er-Jahre Dong-Kuy Kang kennengelernt. 

Dieser studierte ebenfalls Agrarwissenschaft und promovierte anschließend genau wie Strodthoff. Durch den Kontakt zu seinem ehemaligen Kommilitonen gelang es Strodthoff, den Fokus der Südkoreaner auf die Kreisstadt zu lenken, die bereits vor ein paar Jahren auf der Besuchsliste der Asiaten stand.

„Sehr interessiert, wie Auszubildende hier ticken“

„Die Südkoreaner sind sehr neugierig und aufgeschlossen“, berichtete Strodthoff, der die Gäste begrüßte und ihnen anschließend die duale Ausbildung erklärte. Die aufmerksamen Zuhörer erfuhren durch die Hilfe einer Dolmetscherin zum Beispiel, wie viele Tage Landwirtschaftsschüler im ersten Ausbildungsjahr pro Woche in den BBS verbringen (zwei) und dass es auch junge Leute gibt, die die Fachoberschule Pflege besuchen, aber nicht zwangsläufig eine Ausbildung, sondern die Fachhochschulreife anstreben. 

Inwiefern die Südkoreaner alle Feinheiten des deutschen Systems verstanden haben, ist nicht bekannt. Aber „sie waren sehr interessiert, wie Auszubildende hier ticken und mit ihrem System zufrieden sind. Die Gäste haben unglaublich viele Fragen gestellt“, so Strodthoff. Man gewinne durch solche Gespräche einen neuen Blick auf das eigene Bildungssystem und die Landwirtschaft hierzulande.

BBS-Schüler standen den Südkoreanern Rede und Antwort

Im Verlauf des Tages ging Strodthoff auf Inhalte der Ausbildung wie Betriebswirtschaft, Pflanzen und Tiere ein. Drei BBS-Schüler standen den Südkoreanern Rede und Antwort, berichteten aus ihrem Alltag. Dafür waren sie von ihren Arbeitgebern frei gestellt worden, denn dienstags ist für gewöhnlich keine der drei Agrarklassen in der Schule.

Für morgen ist ein Besuch beim Landmaschinenhersteller Claas geplant, bevor es in die Niederlande geht. Die Südkoreaner bewohnen derzeit ein Hotel in Cloppenburg und waren am Montag schon bei der Landwirtschaftskammer zu Gast gewesen. Ihr Deutschlandbesuch soll eine Woche dauern, bevor es auf den langen Rückweg nach Asien geht.

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