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11.360 Vogelsichtungen in drei Tagen

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Von: Leif Rullhusen

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Eine Blaumeise sitzt auf einem Ast.
Der Bestand der Blaumeise hat sich offenbar wieder stabilisiert. © Kathy Büscher, NABU Rinteln

Landkreis – Die Kreis-Oldenburger haben fleißig gezählt. 395 Hobby-Ornithologen beteiligten sich nach derzeitigem Stand an der aktuellen, vom Nabu organisierten „Stunde der Wintervögel“. Insgesamt haben sie 11 .360 Vogelsichtungen gemeldet. „Noch fehlen Daten. Es könnten wohl noch bis zu 500 werden“, vermutet Oliver Kraatz, Biologe und Geschäftsführer des Nabu Oldenburger Land. Damit läge die Beteiligung etwa auf dem Niveau von 2020 – jedoch deutlich unter dem Vorjahr. Da machten 627 Menschen im Landkreis mit. Mit dem endgültigen Ergebnis der Vogelzählung rechnet Kraatz Anfang Februar.

Die Erkenntnisse der bisherigen Auswertung stimmen ihn optimistisch. „Der Bestand von Arten, wie die von Virusinfektionen dezimierten Blaumeisen und Grünfinken, stabilisiert sich. Das macht Hoffnung“, berichtet der Geschäftsführer. Auch der Amselbestand scheine sich nach den schweren Einbrüchen der vergangenen Jahre erholt zu haben. Im Landkreis Oldenburg, wie auch in Niedersachsen, führt der Haussperling die Zwischenbilanz an. Die nächsten Plätze werden von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Buchfink eingenommen. Einziger Unterschied: Niedersachsenweit verdrängt der Feldsperling den Buchfinken vom fünften Platz. „Die Unterschiede sind sehr gering und könnten sich bis zum Endergebnis noch ändern“, erklärt Kraatz.

Der größte Zuwachs im Landkreis ist bei den Bergfinken mit 86 Prozent zu verzeichnen. „Auch das entspricht dem niedersächsischen und bundesweiten Trend“, erläutert der Biologe. Die starken Schwankungen beim Bergfinken erklärt er mit unterschiedlichen Bedingungen in den Brutgebieten des nordischen Gastes. „Wenn es dort zu kalt wird, wandern sie zu uns aus. Ist der Winter mild, bleiben sie dort.“

Negative Ursachen befürchtet

Stark gestiegen seien zudem die Sichtungen von Eichelhähern, Buntspechten und Kernbeißern, weiß Kraatz. Das könnte negative Ursachen haben. „Wenn diese Arten nicht genug Baumsamen im Wald finden, kommen sie näher an die Futterstellen. Und dort zählen die meisten Menschen die Vögel“, verdeutlicht er.

Grundsätzlich gehe es bei der „Stunde der Wintervögel“ nicht um die Ermittlung genauer Zahlen der Vogelpopulation. Das könnten die Hobby-Ornithologen nicht leisten. Vielmehr solle sie Trends abbilden, verdeutlicht Kraatz. Deshalb organisiere der Nabu die Aktion auch jährlich. Bereits das zwölfte Mal hatte die Naturschutzorganisation die Menschen bundesweit vom 6. bis 9. Januar dazu aufgerufen, Vögel zu zählen. Nach aktuellem Zwischenstand haben niedersachsenweit 17 000 Menschen Vogelsichtungen gemeldet, bundesweit waren es 146 000. Von über 103 000 Beobachtungspunkten, wie Gärten, Parks und Balkonen, wurden laut Nabu in ganz Deutschland inzwischen über 3,7 Millionen Vögel gesichtet. Die nächste Zählung folgt mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 13. bis 15. Mai.

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