Beschwerde über fehlenden Platz für Fußgänger

Stühle, Schilder und Ständer: Engpässe in der Einkaufszone

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Rollstuhlfahrer haben es in Höhe des Eiscafés an der Westerstraße nicht so leicht.

Wildeshausn - Von Dierk Rohdenburg. Sommer in Wildeshausen. Das heißt – wenn-auch oft die Sonne nicht scheint – dass Cafés die Stühle und Tische in den Außenbereich stellen, vor den Geschäften Ständer mit Kleidung und auf dem Fußweg Angebotsschilder stehen, die auf den Sommerschlussverkauf hinweisen. Für Fußgänger kann es da schnell sehr eng werden. Eine Erfahrung, die auch der Rentner Wilfried Papenhusen aus der Gemeinde Großenkneten gemacht hat.

Vor wenigen Tagen war er vormittags als Tagesbesucher in der Wildeshauser Innenstadt. Dabei stellte er besonders im Bereich eines Eiscafés fest, dass durch sehr intensive Außenbestuhlung für Passanten zu wenig Platz auf dem öffentlichen Fußweg war. „Eine ältere Rollator fahrende Dame wich in das Café aus, um entgegenkommenden Fußgängern Platz zu machen. Für Mütter mit Kinderwagen, aber auch für Rollstuhlfahrer ist hier ein vermeidbares Hindernis vorhanden“, kritisierte Papenhusen, der gleich darauf ins Stadthaus ging, um sich zu erkundigen, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Im Ordnungsamt räumte man seinen Angaben zufolge ein, dass die Situation seit Jahren „ein Dorn im Auge“ sei. Man riet dem gehbehinderten Rentner, er könne rechtlich zulässig jederzeit die Fahrbahn ersatzweise nutzen.

Interessen einer mobilitätseingeschränkten Minderheit

Papenhusen winkte dankend ab und erklärte, dass er nicht unbedingt bereit sei, das Problem auf diese Art zu lösen, zumal er sich, wie er vortrug, in eine zusätzliche Gefahr begeben würde. Er habe mit Nachdruck die Angestellten aufgefordert, die Ordnung wieder herzustellen, und die Antwort erhalten, das benötige Zeit, könne natürlich nicht sofort umgesetzt werden, und außerdem müsse im Haus abgefragt werden, welcher „Tenor“ hier zu berücksichtigen sei. Immerhin müsse man den Gewerbetreibenden wirtschaftliche Möglichkeiten einräumen.

Wer mit Kinderwagen unterwegs ist, muss manchmal Slalom fahren, weil Werbeschilder den Weg versperren.

„Da stehen die Interessen einer Minderheit in der Bevölkerung, die mobilitätseingeschränkt ist, gegebenenfalls zurück“, schloss Papenhusen daraus. „Die von der Stadt angestrebte Steigerung der Aufenthaltsqualität ist auf diese Art möglicherweise nicht unbedingt zu erreichen. Außerdem ist es rechtlich geboten, 1,50 Meter Platz für Fußgänger zu lassen.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung sicherte Pressesprecher Hans Ufferfilge unterdessen zu, dass man sich um das Anliegen des Rentners und aller Fußgänger kümmern werde. „Wir sprechen mit den Geschäftsleuten, um auf eventuelle Missstände hinzuweisen“, sagte er. Ziel sei es, gemeinsam zu Lösungen zu kommen, damit die Besucher der Innenstadt auf den Fußwegen laufen könnten und die Geschäftsleute dennoch die Möglichkeit hätten, zu werben. Gleichzeitig wolle man ein Auge auf die Außengastromomie haben, damit sich insbesondere Passanten mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Assistenzbedarf ungehindert bewegen können.

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