Grüne diskutieren über Perspektiven für die heimische Landwirtschaft

„Strukturbruch statt Strukturwandel“

Franz-Josef Dasenbrock, Eduard Hüsers, Norwich Rüße, Klaus Schultze (v.l.) diskutierten über Perspektiven für die Landwirtschaft.

Wildeshausen - Die Landwirte haben momentan einen schweren Stand. Das spiegelte sich auch in der Diskussionsveranstaltung des Grünen-Kreisverbandes im „Wildeshauser Hof“ in Wildeshausen wieder. Norwich Rüße, Biobauer und grüner Landtagsabgeordneter aus dem Münsterland, Franz-Josef Dasenbrock, Wildeshauser Ortslandvolkvorsitzender, und Eduard Hüsers, Grünen-Agrarexperte im Kreistag, diskutierten intensiv über die Probleme und Perspektiven der Bauern.

Rüße sieht die Landwirtschaft in mehrfacher Hinsicht in der Krise: es handele sich um eine Preiskrise, eine ökologische Krise und eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern. „Strukturwandel gibt es immer, aktuell handelt es sich jedoch um einen Strukturbruch. Die bäuerlichen Familienbetriebe drohen zu verschwinden“, analysierte er. Die Probleme seien mit einer industrialisierten Landwirtschaft nicht zu lösen. Im Gegenteil, die Strategie des „immer mehr“ sei gescheitert.

Dasenbrock setzt dagegen weiter auf die internationale Vermarktung deutscher Agrarerzeugnisse, fordert gleichzeitig jedoch den Schutz vor ausländischer Billigkonkurrenz. Er wünscht sich weniger kurzatmige Eingriffe der Politik in den Agrarmarkt, sondern langfristige Planungssicherheit für die Bauern. Die Konzentration der Massentierhaltung in der Region sei ein Problem, das durch den politisch gewollten Biogasboom noch verschärft werde. Er fordert im Hinblick auf die bedrohte Qualität des Grundwassers mehr Forschung und verbesserte Methoden für den Einsatz der Gülle als Dünger.

Hüsers betonte die Bedeutung des Handels und der Verbraucher bei der Lösung der Probleme. Die regionale Vermarktung müsse verbessert werden. Der Verbraucher sei bereit, gerechtere Preise für gute Produkte zu zahlen, wenn er sie erkennen und wertschätzen könne. Verbesserte Information, Aufklärung und Transparenz seien hierfür die Voraussetzung.

Unter der Moderation des Wildeshauser Sprechers der Grünen, Klaus Schultze, mischte sich das fachkundige Publikum engagiert in die Diskussion ein. Hier standen Fragen um den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und die problematische Politik der Landwirtschaftskammern im Mittelpunkt.

Da nach zwei Stunden Diskussion viele wichtige Fragen nur angerissen waren, versprach Schultze eine Fortsetzung des Gesprächs. „Die Produktion gesunder Nahrungsmittel ist ein elementares Thema, das jeden betrifft und mehr Beachtung verdient.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Meistgelesene Artikel

Politik regt Wohnungen oder Hotel über dem Rewe-Markt an

Politik regt Wohnungen oder Hotel über dem Rewe-Markt an

Alt-Wildeshausen aus der Vogelperspektive betrachten

Alt-Wildeshausen aus der Vogelperspektive betrachten

Pater Michael Padupurackal aus Indien kommt in Harpstedt gut an

Pater Michael Padupurackal aus Indien kommt in Harpstedt gut an

Elf Millionen Euro Strafe für Geestland

Elf Millionen Euro Strafe für Geestland

Kommentare