Haus eines Ex-Funktionärs durchsucht

Stress beim Realverband

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Beim Realverband fehlen angeblich Dokumente.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Eigentlich ist ein Realverband eine eher unauffällige Körperschaft des öffentlichen Rechts, die die Aufgabe hat, Wege und Gewässer im Verbandsgebiet im Einklang mit den Interessen der Allgemeinheit zum Nutzen der Mitglieder zu verwalten. Beim Realverband „Wildeshausen Stadt 3“ herrscht allerdings dicke Luft.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen des Verdachts der Unterschlagung gegen ein ehemaliges Vorstandsmitglied. „Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, Unterlagen des Realverbandes widerrechtlich nicht herauszugeben“, teilt Nicole Nadermann von der Staatsanwaltschaft mit. Im September ordnete die Behörde deswegen eine Durchsuchung bei ihm an. Die Dokumente hätten seinem Nachfolger übergeben werden müssen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung bestreitet der Mann jedoch, Unterlagen zurückzuhalten. Zu den Ergebnissen der Durchsuchung will sich die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die andauernden Ermittlungen nicht äußern. Da es sich um eine Verdachtsberichterstattung handelt, nennt unsere Zeitung den Namen des Beschuldigten nicht.

Beschuldigter: „Habe nichts unterschlagen“

Konkret geht es um Schriftwechsel mit Behörden, Karten und anderes Material, das der ehemalige Funktionär in seinen mehr als 25 Jahren in der Spitze des Realverbandes angehäuft haben soll. Laut dem jetzigen Vorsitzenden Friedrich Ahlers sind Kassenbelege kein Thema. „Die Papiere vom Kassenwart liegen ordnungsgemäß vor.“

Seit 2018 führt Ahlers den Verband: „Ich weiß teilweise gar nicht, was vor meiner Zeit als Vorsitzender gewesen ist.“ Vor allem die Karten seien wichtig, um festzustellen, wo genau welche Wege verlaufen. „Ich weiß auch nicht, was er mit den Unterlagen will“, wundert sich der Wildeshauser. Die Kollegen im Vorstand würden angesichts des Streits ebenfalls die Köpfe schütteln.

Der ehemalige Funktionär ist sich hingegen keiner Schuld bewusst. „Ich habe keine Unterlagen unterschlagen.“ Ahlers ginge es um eine ganz andere Sache, deutet der Beschuldigte an. Der komplette Vorstand sei damals zurückgetreten, weil „wir etwas hätten umsetzen müssen, was die Versammlung unter falschen Voraussetzungen abgestimmt hat“. Näher ins Detail wollte er nicht gehen.

Es gibt derzeit ohnehin Streit wegen einer Fusion von „Wildeshausen Stadt 3“ mit dem benachbarten Verband „Bargloy“ und der Abgabe eines Weges an Lüerte. Beides ist laut dem parteilosen Ratsherren Karl Schulze Temming-Hanhoff, der bei der jüngsten Versammlung zugegen war, nicht zulässig.

Aufsichtsbehörde erreichen zu wenig Dokumente

Zurück zu den Unterlagen: Das ehemalige Vorstandsmitglied sagt, er habe Papiere an den Landkreis Oldenburg, die Aufsichtsbehörde für Realverbände, weitergereicht. Dort kennt man die Geschichte. „Er hat mal Unterlagen übergeben, aber bei Weitem nicht das, was hätte da sein müssen“, sagt Sprecher Oliver Galeotti, der sich mit einer Bewertung zurückhält. Das sei eine zivilrechtliche Auseinandersetzung. Der Kreis sei nur Aufsichtsbehörde für Vorstandswahlen.

Die ganze Sache ist nicht erst seit gestern hochgekocht. So sicherte sich Ahlers im März 2019 bei einer Mitgliederversammlung in der Gaststätte „Schönherr“ in Düngstrup eine „Ermächtigung des Vorstandes auf Einleitung rechtlicher Schritte gegen den ehemaligen Funktionär zur Herausgabe der Verbandsunterlagen und Gegenstände“. Dafür habe es eine „große Mehrheit“ gegeben. Er habe versucht, das Gespräch mit dem Beschuldigten zu suchen, versichert der Wildeshauser. Dieser habe ihm auch schriftlich zugesichert, die Unterlagen zu schicken. „Zu einem Termin beim Kreis ist er dann aber nicht erschienen.“

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