Holland-Combo

Begeisternd: Vom Straußen-Lauf bis hin zum Rührkuchen

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„Endlich in Wildeshausen“, lautete das Motto für den Auftritt der niederländischen Jazzband.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff.   „Wir haben Musik von 1893 bis 1950 mitgebracht“, verkündete Ton van Brussel, Bandleader der „Basin-Street-Jazz-Band“ aus den Niederlanden, am Samstagabend zu Beginn des Konzerts im Saal der Musikschule des Landkreises in der Kreissadt.

Die renommierte Jazz-Band, die sich bereits 1980 gegründet hatte, war zum ersten Mal bei den Wildeshauser Jazzfreunden zu Gast. „Nach 37 Jahren endlich in Wildeshausen“, jubelte van Brussel schmunzelnd – und hatte damit das Publikum gleich auf seiner Seite. Dem Vorsitzenden der Jazzfreunde, Jörg Skrzippek, war es gelungen, die Band in den Nordwesten zu holen. 

„Einige der Mitglieder waren allerdings schon einmal in einer anderen Formation zu Gast bei uns – zum Beispiel mit der ‚Stable Roof Blues and Jazz Band‘“, informierte Skrzippek die Besucher, bevor er die Bühne freigab für das erste Stück der Niederländer, die mit „Meet me tonight in Dreamland“ gleich für Begeisterung unter den Jazzliebhabern sorgten.

Dem Stil treu geblieben

„Das Stück aus dem Jahr 1909 war ursprünglich ein Walzer – nun ist es keiner mehr“, stellte van Brussel fest, nachdem der Applaus verebbt war. Mit dem amerikanischen Jazz-Komponisten und Pianisten Clarence Williams und seinem „Cushion Foot Stomp“ ging es stilgetreu weiter. Ein ruhiger Titel folgte sodann mit „It’s Jam Up“ aus dem Jahr 1927 von Papa Celestin’s Original Tuxedo Jazz Orchestra. 

Die Band war anfangs nach ihrem Spielort, der „Tuxedo Dance Hall“, benannt worden. Als die Tanzhalle geschlossen wurde, behielt die Gruppe ihren Namen jedoch bei, untermauert dadurch, dass die Bandmitglieder sich in Tuxedos (Smokings) kleideten.

Jazz aus Australien

Doch nicht nur amerikanischer, auch australischer Jazz war zu hören – mit dem Song „Don’t monkey with it“ von dem australischen Komponisten Ade Monsbourgh. Zu Ehren eines besonderen Jubiläums kündigte van Brussel einen weiteren Jazzsong an: „Vor genau 100 Jahren hat die ‚Original Dixieland Jass Band‘ die erste Jazzplatte überhaupt aufgenommen“, berichtete er. Von den vier Songs, die auf die Platte kamen, spielte die „Basin Street Band“ den „Ostrich Walk“ – den „Lauf eines Straußes“.

Auch der besonderen Spielart „Ragtime“, die ursprünglich allein auf dem Klavier vollführt wurde, widmeten sich die Musiker mit dem „Rag Time Dance“ von Kerry Mills aus dem Jahr 1909. „Den Tanz dazu nannte man auch ‚Cakewalk‘. Der hieß so, weil das gewinnende Tanzpaar dabei einen Rührkuchen als Preis bekam“, informierte van Brussel das Publikum.

Neben van Brussel (Kornett und Gesang) waren Peter de Klerk (Saxofon und Klarinette), Richard Cochrane (Posaune), Henk Hoedemaker (Piano), Willem Deutekom (Banjo), Gé Soetkouw (Tuba und Sousafon) sowie Peter den Boer (Schlagzeug und Waschbrett) zu hören.

Im Wildeshauser Jazzkalender stehen als nächste Termine nun für Sonntag, 30. Juli, der Jazz-Frühschoppen am Restaurant „Altes Amtshaus“ mit den „Swinging Feetwarmers“ sowie am 12. August das Konzert von „Papa Joe’s Jazzmen“ im Rathaussaal an.

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