Internet und Fernsehempfang seit Samstag eingeschränkt / Betreibt Nachbar illegales Gerät?

Störung betrifft knapp 60 Vodafone-Kunden

Homeoffice ist zurzeit bei vielen Arbeitnehmern angesagt. Aber ohne Internet ist das unmöglich. Foto: dpa

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. In Internetforen häufen sich die Beschwerden und auch bei unserer Zeitung haben sich Leser gemeldet, deren Internet nicht funktioniert: Seit dem 9. Mai ist der Zugang zum Word Wide Web und teilweise auch der Fernsehempfang für knapp 60 Vodafone-Kunden in Wildeshausen gestört. Das bestätige der Konzern auf Nachfrage.

Die Haushalte seien „von einer sogenannten Rückwegstörung betroffen, die ein bislang unbekannter Nachbar verursacht. Dadurch sind der TV-Empfang und die Internetnutzung zeitweise beeinträchtigt“, sagt Unternehmenssprecher Volker Petendorf. Ein „Rückwegstörer“ entstehe in den allermeisten Fällen durch „uralte, defekte oder illegal betriebene Geräte, die ein Kunde an das Kabelnetz anschließt. Dieses Gerät sendet dann Störsignale, durch die der Fernseh- beziehungsweise Internetzugang in dem betroffenen Bereich des Kabelnetzes lokal eingeschränkt ist“. Das Problem ist also bekannt. Allerdings gestaltet sich die Lösung nach Auskunft von Vodafone schwierig. „Es besteht die Besonderheit, dass der Fehler nur dann auftritt, wenn das defekte oder unerlaubt betriebene Gerät eingeschaltet ist“, erklärt Petendorf. „Die Eingrenzung ist trotz unserer intensiven Messungen sehr zeitaufwendig, weil diese Störquelle nur schrittweise lokalisiert und nur sporadisch ermittelt werden kann – eben immer nur dann, wenn sie gerade auftritt.“ Laut Mitteilung des Unternehmens arbeiten Service-Techniker mit Hochdruck an der Suche nach dem Rückwegestörer, um dessen weiteren Betrieb zu unterbinden.

Rückwegstörung schwer zu finden

„Wir bitten die betroffenen Kabelkunden bis dahin noch um Geduld und um Entschuldigung für ihre vorübergehenden Unannehmlichkeiten. Unser Appell an unsere Kunden: Bitte keine Geräte betreiben, die uralt, defekt oder für den deutschen Markt nicht zugelassen sind. Bitte auch nicht selbst an der Kabel-TV-Hausanlage ,herumbasteln‘ oder ,Freiflugverkabelungen‘ vornehmen. Die Nachbarn werden es danken“, sagt Petendorf.

Zu den Betroffenen gehört Thomas König, schon seit Jahren ein eigentlich zufriedener Vodafone-Kunde. Doch auch bei ihm ist seit Samstag die 200 Mbit-Internetleitung gestört. „Heute Morgen um 8 Uhr ging es wieder“, berichtet der Wildeshauser, der das kurze Fenster nutzte, um wichtige E-Mails abzuschicken. Aber an die Videokonferenzen, die seine 15 Jahre alten Kinder mit ihren Lehrern abhalten, ist nicht zu denken. Die beiden gehen zum Gymnasium, werden aber wegen der Coronakrise wie viele andere Jugendliche und Kinder zurzeit per Homeschooling unterrichtet. König selber muss jetzt auch öfter zur Arbeit fahren, da er nicht mehr im Homeoffice tätig werden kann.

In der Kommunikation des Malheurs war Vodafone bis jetzt wenig glücklich. So wurde König zum Beispiel am späten Montagnachmittag auf seine Störungsmeldung hin nur mitgeteilt, dass die Behebung des Problems läuft und ein Technikertermin storniert worden sei. Erst hatte es noch geheißen, er solle sein Heimnetzwerk neu starten und andere technische Schritte ausführen.

Andere Kunden berichten in sozialen Netzwerken davon, dass sie ständig erneut bei Vodafone vorstellig werden müssten. Zudem heiße es immer wieder, die Störung sei behoben worden, was aber nicht der Fall sei. Hin und wieder habe es auch geheißen, das Internet sei wegen der gestiegenen Nutzung in der Coronakrise langsamer als üblich. König würde sich statt verschiedener und teilweise falscher Meldungen von Vodafone wünschen, dass das Unternehmen konkrete Alternativen anbietet.

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