Kritik und Lob für Bauprojekt in Spasche

„Stimmiges Wohngebiet sehr gesucht“

Im Gebiet hinter dem Firmensitz von Hoffrogge soll Platz für neue Hightech-Betriebe geschaffen werden. - Foto: dr

wILDESHAUSEN - Ein neues Wohngebiet mit Einfamilien- und Doppelhäusern neben dem Spascher Sand Resort in Wildeshausen? Ist dort eine Konkurrenz zu den geplanten Bauflächen in der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) zu befürchten? Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am Donnerstagabend während der Sitzung (wir berichteten). Ingo Stritter von der Vermarktung des Resorts bestreitet das. „Wir haben Interessenten aus der weiteren Umgebung, sogar aus Süddeutschland“, erklärte er. „Es gibt viele Menschen, die ganz gezielt ein stimmiges Wohngebiet suchen, weil es das sonst nirgendwo gibt.“ Damit meint er, dass sich die Bauten in ihrer Gestaltung an das nebenan liegende Spascher Sand Resort anlehnen sollen. Dort gibt es luxuriöse Gebäude, die in einer künstlichen Teichlandschaft liegen und architektonisch in einem harmonischen Stil gestaltet werden müssen.

Die Vermarktung dieses weitläufigen und hochpreisigen Gebietes war „am Start sehr schwer und hart“, wie Stritter für die Zeit vor fünf bis sieben Jahren deutlich machte. Aus Kostengründen habe zudem mittlerweile die öffentliche Vermarktung zurückgefahren werden müssen.

Angesichts dieser Lage und vieler Nachfragen nach günstigeren Bauplätzen entwickelte die Ressort-Leitung die Idee, ein bisheriges Mischgebiet in der Größe von 31 Hektar auf zehn Hektar zu reduzieren und auf den anderen Flächen die Nutzung für allgemeines Wohnen zu beantragen. „Im südwestlichen Bereich soll das Mischgebiet für Hightech-Dienstleister und die Versorgung sowie die Verwaltung des Resorts bleiben“, so Planer Thomas Aufleger. Das Wohngebiet würde räumlich vom Resort getrennt und über die Dr.-Pickart-Straße erschlossen. Insgesamt sei es 42 Hektar groß und habe dann öffentlich gewidmete Straßen.

„Wir haben dafür keine Kosten zu tragen“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse entspannt. „Ich sehe hier auch keine Konkurrenz zur StEM. Wir haben nur Vorteile davon.“ Auch Bernhard Block (CDW) war für eine Anpassung des Bebauungsplanes Stadtfelde. „Die Dinge haben sich in den vergangenen Jahren anders entwickelt. Außerdem haben wir ja ohnehin gerade keine Bauplätze zur Verfügung, weil wir nicht über die Grundstücke verfügen.“

„Das ist ein Mehrwert für die Stadt“, fand auch Marko Bahr (FDP). Der fraktionslose Karl Schulze Temming-Hanhoff hingegen kritisierte, dass genau die geplanten Projekte, die vor neun Jahren für die Vergabe an den Investor sprachen, nun planerisch beseitigt werden. „Wegen des Campus und der Möglichkeit des günstigen Wohnens haben wir uns damals dafür entschieden“, sagte er. „Hier wird dem Investor jetzt ein erheblicher Gewinn zugeführt.“

Da ein beschleunigtes Verfahren geplant ist, könnte schon bald mit der Ausweisung des neuen Gebietes begonnen werden. Vorgesehen ist eine Ringstraße, an der die 45 Grundstücke mit einer Größe bis zu 1000 Quadratmetern liegen sollen. Die Preise dürften deutlich über den Preisen in der StEM (135 Euro pro Quadratmeter) liegen. Am Twistringer Weg wurden jetzt etwa 180 Euro pro Quadratmeter in einem neuen Baugebiet gezahlt. - dr

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