Michael Feiner: „Statt acht nur noch zwei bis zweieinhalb Prozent Ertrag“

Stiftungen kämpfen mit niedrigen Zinsen

Werben für Spenden: Synoden-Präsidentin Sabine Blütchen, Stiftungsvorsitzende Andrea Schrimm-Heins und Sozialarbeiterin Wilma Fiedler-Hahn (von rechts) von der Stiftung „ Evangelische Frauen helfen Frauen“.

Landkreis Oldenburg - Die historisch niedrigen Zinsen bedeuten für einige Stiftungen, die im Landkreis Oldenburg aktiv sind, ganz besondere Probleme. Denn um ihre zahlreichen Aufgaben zu erfüllen, sind sie auf Erträge ihres Vermögens angewiesen. Doch bei einer zu riskanten Anlageform droht die Gefahr, das eingesetzte Geld zu verlieren.

Dem Kuratoriumsvorsitzenden der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg, Michael Feiner, ist das Problem bewusst. Deswegen habe seine Organisation die Anlagestrategie für ihren Kapitalstock von 1,1 Millionen Euro schon länger geändert. Und zwar kümmert sich ein Finanzdienstleister, der maßgeblich von der Bingo-Umweltstiftung mit ausgesucht wurde, um das Vermögen. „Es geht darum, eine möglichst sichere Anlage zu finden, sonst ist das Geld am Ende weg“, betont Feiner, der jedoch auch klarstellt: „Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.“

Dennoch bleiben die Erträge weit hinter dem zurück, was noch in früheren Jahren üblich war. „Statt acht Prozent bei der Gründung müssen wir uns mit nur zwei bis zweieinhalb Prozent zufrieden geben“, so Feiner. Das schlägt sich auch auf die Aktivitäten der Stiftung durch, die zu einem Großteil aus den Erträgen des Kapitals finanziert werden. „Aber noch können wir unsere Grundaufgaben leisten. Doch es wird von Jahr zu Jahr schwieriger“, blickt Feiner besorgt in die Zukunft. Gerade deswegen sei die Stiftung verstärkt auf Spenden angewiesen. Doch nicht nur sie, auch andere wohltägige Organisationen kämpfen mit niedrigen Zinsen.

Zum Beispiel die Stiftung „Evangelische Frauen helfen Frauen“. Diese hatte 200 Sparschweine an alle Kirchengemeinden im Oldenburger Land verteilt. Die darin gesammelten Spenden sollen bedürftigen Frauen zugute kommen. Die Vorsitzende Andrea Schrimm-Heins hofft auf große Unterstützung aus den Kirchengemeinden, weil die Stiftung wegen der Niedrigzinslage derzeit zu wenig Mittel für die Hilfen zur Verfügung hat.

Anders reagiert die Umweltstiftung Weser-Ems mit Sitz in Sandkrug, deren aktueller Förderschwerpunkt die Renaturierung der Hunte zwischen Wildeshausen und Oldenburg ist. „Wir ärgern uns über die niedrigen Zinsen“, sagt Vorsitzender Folker von Hagen, der aber betont: „Das Stiftungskapital wollen wir nicht antasten.“ Dabei ist das seit 2013 sogar gesetzlich möglich.

Flucht ins Betongold

Stattdessen investierte der Verein, dessen Vermögen bei mehr als zwei Millionen Euro liegt, in den vergangenen Jahren verstärkt in Immobilien. Diese bringen laut von Hagen eine „solide Rendite“. Gleichzeitig besitzt der Verein auch Wertpapiere. „Das Thema, wie wir unser Geld anlegen, beschäftigt uns regelmäßig“, sagt er. Dennoch hätten die aktuell niedrigen Zinsen noch keinen Einfluss auf das tägliche Geschäft. Von Hagen ermuntert Antragsteller, sich bei der Umweltstiftung Weser-Ems zu melden. - bor

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