Stiftung Johanneum muss Sicherungsmaßnahmen durchführen/Eingang gesperrt

Villa Knagge total marode: Sanierung extrem teuer

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Die Vorhalle der Villa Knagge muss abgestützt werden, damit keine weiteren Schäden entstehen.

Wildeshausen - Schon von der Ahlhorner Straße aus ist zu sehen, dass bei der Villa Knagge der Stiftung Johanneum enormer Sanierungsbedarf aufgetreten ist. In einem ersten Schritt mussten am Freitag aufwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Haupteingang und die Balkone dürfen nicht mehr genutzt werden. Die Kosten für eine Sanierung liegen voraussichtlich in Millionenhöhe.

Der Verwaltungsdirektor der Stiftung Johanneum, Hubert Bartelt, ahnt, dass schwierige Jahre auf ihn zukommen. „Ein Dilemma“, sagt er. Gemäß ihrer Sat-zung ist die Stiftung mit ihren derzeit rund 550 Mitarbeitern in erster Linie in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Jugendhilfe tätig. Ihr Ziel ist es, für die Menschen der Region eine moderne und qualifizierte wohnortnahe Gesundheitsversorgung mit Krankenhaus Johanneum sowie Pflegeeinrichtungen vorzuhalten und dabei die Wirtschaftlichkeit dieser Aufgaben sicherzustellen.

„Dieses Ziel darf besonders vor dem Hintergrund der schwierigen finanziellen Situation im Gesundheitswesen, unter anderem bei regionalen Krankenhäu-sern, nicht aus dem Auge verloren werden“, so Bartelt. Aber für die Knaggerei wird unbedingt viel Geld gebraucht.

Der Architekt des Johanneums, Hennig Rosner, hat das im Jahr 1852 erbaute Gebäude unter die Lupe genommen. Schon bei der ersten Begehung wurde klar, dass insbesondere viele Holzbauteile verrottet sind. Deshalb berieten sich Vertreter der Stiftung, des Landkreises Oldenburg, der Denkmalschutzbehörde sowie des Architekturbüros über Sicherungsmaßnahmen, die nun unverzüglich eingeleitet wurden. „Die technische Prüfung des denkmalgeschützten Gebäudes hat ergeben, dass bei der Vorhalle die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist“, so Bartelt. Weil die Veranda abgesperrt wurde, ist mit dem Mieter, dem Landkreis Oldenburg, vereinbart, bis auf Weiteres den Seiteneingang zu nutzen.

Die Stiftung Johanneum ist seit 1973 aufgrund eines Erbpachtvertrages zur Errichtung des Kindergartens Knaggerei im Besitz der Villa Knagge. Eigentümerin ist die Katholische Kirchengemeinde St. Peter.

Eine Bestandsaufnahme des gesamten Sanierungsbedarfs an der mehr als 160 Jahre alten Villa läuft derzeit.

Schon jetzt ist nach Aussage Bartelt abzusehen, dass hinter der immer noch stilvollen Fassade erhebliche, dem Alter des Gebäudes geschuldete Mängel in der baulichen Substanz zu Tage treten. Das Architekturbüro sei dabei, diese zu erfassen und wirtschaftlich zu beziffern. „Wir sind bemüht, ein tragfähiges Nutzungs- und Finanzierungskonzept für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu erstellen. Dabei sind wir auf die Mithilfe aller Beteiligten angewiesen“, erklärte Bartelt.

dr

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