Grundstücke im Moor

Stiftung hofft auf sumpfige Geschenke

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Hajo Suhr, Eva-Maria Langfermann, Christian Wolf, Günter Westermann, Gerold Heidler, Michael Feiner, Hilko Finke, Dr. Heike Burghardt, Bernd Lögering sowie Werner Knoop (v.l.) vom Landkreis und der Stiftung Naturschutz hoffen auf feuchte Geschenke aus dem Pestruper Moor.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Es gibt einige Wildeshauser, die können im Familienbesitz seit 200 Jahren ein Stück Land ihr Eigen nennen, das nur Geld kostet und niemals dazu dienen kann, dort ein Häuschen zu bauen oder Landwirtschaft zu betreiben: Die Grundstücke liegen nämlich mitten im Moor.

Im 18. Jahrhundert wurde das Pestruper Moor aufgeteilt, das im Eigentum der Wildeshauser Bürgerschaft war. Die Bewohner der Stadt konnten dort Torf stechen und erhielten dafür Parzellen in Größen von fünf bis zu mehreren Hundert Quadratmetern.

Das Moor steht schon lange unter Naturschutz, ein Torfabbau ist somit verboten. Grenzsteine gibt es dort selbstverständlich auch nicht, sodass niemand ganz exakt sagen kann, wo er sein kleines Grundstück hat. Dass er es besitzt, merkt der Eigentümer aber immer dann, wenn er Grundsteuer zahlen muss oder Abgaben an den Wasser- und Bodenverband entrichten soll.

Wer darauf keine Lust mehr hat, kann sich durch eine private Schenkung an die Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg von den Verpflichtungen entlasten. Damit würde die Stiftung immer größere Gebiete in den Besitz aufnehmen und könnte sich um den Erhalt und die Wiedervernässung der Flächen kümmern.

„Wir weisen darauf hin, dass für die Abwicklung einer möglichen Schenkung keine Auslagen für die bisherigen Eigentümer entstehen“, sagt Torsten Kröger von der Geschäftsstelle der Stiftung. „Alle Kosten der Umschreibung werden von uns übernommen. Der Erwerb von ökologisch wertvollen Flächen ist ein Stiftungszweck. Über den Verkehrswert der Schenkung stellen wir zudem eine steuerlich wirksame Spendenbescheinigung aus.“

Der Geschäftsführer der Stiftung, Bernd Lögering, spricht von rund 375 Parzellen im Pestruper Moor. Die Übertragung der Besitzverhältnisse sei manchmal gar nicht so einfach, sagt er. „Im ersten Fall hatte uns ein Grundeigentümer aus Hamburg angesprochen“, so Lögering. Was einfach schien, gestaltete sich schwierig, da zwei Miteigentümer in Schottland und zwei weitere in Kalifornien leben. Über den Wildeshauser Notar Werner Pickart habe man die Besitzer finden und den Verkauf in die Wege leiten können.

Im Jahr 2016 meldeten sich gleich elf Parteien, die ein Stück Moor besaßen. „Die waren froh, dass sie das Areal loswerden konnten“, erinnert sich Lögering.

Durch Schenkungen hat die Stiftung mittlerweile rund 5 000 Quadratmeter des insgesamt 36,2 Hektar großen Gebietes übernommen. Wer also Eigentümer von ökologisch wertvollen Flächen ist, ob im Pestruper Moor oder von anderen Flächen im Landkreis und von der Schenkungsmöglichkeit Gebrauch machen möchte, ist aufgerufen, sich bei der Stiftung bei Kröger unter Tel. 04431/85361 zu melden.

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