Besuch bei der Firma Lamping und Reisig

„Das Stichwort ist heute immer wieder Industrie 4.0“

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Bernard Lamping (rechts) und Thomas von der Haar an einem Schaltschrank. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Energiemanagementsysteme erstellen, Steuerungen automatisieren und Anlagen vor Hackerangriffen schützen, das sind kurz gesagt die Tätigkeitsfelder, auf denen sich die 22 Mitarbeiter der Firma Lamping und Reisig, die seit 19 Jahren in der Kreisstadt ansässig ist, bewegen. Ganz oben steht dabei, Anlagen so zu programmieren und zu steuern, dass sie möglichst effizient arbeiten und das Minimum an Energie verbrauchen. Geschäftsführer Bernard Lamping und Projektleiter Thomas von der Haar haben dazu einiges zu berichten.

Überwiegend ist das Unternehmen in Bereichen der Wasserver- und -entsorgung tätig. Zum Beispiel für Kläranlagen, Wasserwerke und große Industrieanlagen. Der Schwerpunkt liegt dabei in Norddeutschland – mit einem Radius von rund 150 Kilometern um den hiesigen Standort. Betreut wird von Lamping und Reisig auch die Wildeshauser Kläranlage.

„Die Kunden kommen mit einer Aufgabenstellung zu uns“, so Lamping. Als Beispiel nennt er das Ansteuern verschiedener Anlagen wie zum Beispiel Pumpen: „Das Stichwort ist heute immer wieder ,Industrie 4.0‘, was aussagt, dass Controllingsysteme erstellt werden, mit denen in den Anlagen alles exakt bis zum eigentlichen Prozess verfolgt werden kann.“ 

Schwerpunkt sei dabei zunächst die SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung), die bereits seit etwa zehn Jahren dafür sorge, dass alles automatisiert wird. „Diese SPS bekommt der Kunde von uns fertig programmiert geliefert. Sie ist praktisch das Hirn eines Schaltschrankes. Will heißen, dass diese Einheit dafür sorgt, dass zum Beispiel Pumpen exakt angesteuert werden“, erklärt Lamping. Das Unternehmen komme erneut ins Spiel, wenn die Kunden einen zu hohen Energieverbrauch haben. „Dann schalten wir der SPS eine Betriebsdatenerfassungskomponente vor. Dadurch wird alles in der Anlage visualisiert. Damit ist dann zu erkennen, wo Einsparpotenziale liegen.“

Simple Änderungen mit großer Wirkung

Unter anderem könne es sich um ganz simple Vorgänge handeln, die für eine Energieeinsparung sorgen. „Nennen wir als Beispiel eine Anlage, in der zwei Pumpen laufen. Anhand der Daten können wir ermitteln, ob es nicht effizienter wäre, eine unter mehr Last laufen zu lassen und die andere auszuschalten.“ Die Höhe der Drehzahlen wird über den Frequenzwandler geregelt, der wiederum von der SPS angesteuert wird. „In diesen Fällen erweitern wir das jeweilige Programm, programmieren die Anlage neu. Wir betreuen über Fernservice rund 200 Anlagen. Von hier aus ist dann einiges zu regeln und zu programmieren“, betont Lamping. Daher sei es wichtig, gute Mitarbeiter zu haben. „Unser Personal ist hoch qualifiziert. Mehr als die Hälfte sind Meister, Techniker und Ingenieure“, so von der Haar. Der Reiz an der Arbeit liege darin, dass keine Anlage oder Schaltung ist wie die andere: „Wir sind ein innovatives Unternehmen und haben es mit sehr schnelllebiger Technik zu tun, die immer wieder einen Schritt nach vorne macht.“

Ein weiteres großes Thema ist die Sicherheit der Anlagen in den verschiedenen Unternehmen. „Wir sind zurzeit sehr stark damit beschäftigt, sie gegen Angriffe von außen sicher zu machen“, betont Lamping. Speziell dafür gebe es Gesetze, die aussagen, wie Anlagen gegen Cyberangriffe abzusichern sind: „Wenn es sich um kleine Unternehmen handelt, müssen solche Angriffe keine großen Auswirkungen haben. Aber wehe es betrifft die großen Versorger, dann kann es wirklich schlimm ausgehen.“

Ein Problem ist für das Unternehmen der Fachkräftemangel. „Es ist kaum noch möglich, gute Leute zu finden. Obwohl sie hier viele Möglichkeiten hätten, sich innovativ einzubringen“, betont Lamping. Zwar habe er im vergangenen Jahr drei Auszubildende eingestellt, aber für dieses Jahr seien keine zu finden gewesen. Ausgebildet werden Elektroniker Fachrichtung Automatisierungstechnik sowie Kaufleute für Büromanagement.

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