Wieder Parkplatzprobleme befürchtet

Steuerberater möchte neues Domizil im Wohngebiet bauen

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Derzeit wird das Baugrundstück an der Harpstedter Straße als Parkfläche genutzt. Es liegt im Allgemeinen Wohngebiet.

Wildeshausen - Die Stadt Wildeshausen muss darüber entscheiden, ob sie die im Bebauungsplan Mittelstraße geltenden Festsetzungen eines „Allgemeinen Wohngebietes“ in die eines Mischgebietes umwandeln will.

Die Beratung erfolgt aufgrund eines Antrags der Gesellschaft Bahlmann & Schmidt, die derzeit auf dem Grundstück Harpstedter Straße 60-62 die Betriebe „Küchen-Treff“ und „SEB Steuerberatungsgesellschaft“ betreibt. Die Unternehmen arbeiten eng zusammen, sind in der Vergangenheit aber so stark gewachsen, dass das vorhandene Raumangebot nicht mehr ausreicht. 

Aus diesem Grund hatte die Gesellschaft das gegenüberliegende Grundstück Harpstedter Straße 53 erworben und die darauf stehende Immobilie abgebrochen. Derzeit wird das Areal als Parkplatz genutzt, es soll dort jedoch ein Bürogebäude entstehen, in dem die Steuerberatungsgesellschaft ansässig sein könnte.

Derzeit ist ein gewerblicher Neubau dort absolut nicht möglich. Es muss eine Änderung des Bebauungsplanes erfolgen, was wiederum die Genehmigung des Stadtrates erfordert.

Die Meinungen über den Antrag der Gesellschaft und das geplante Projekt waren im Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt am Donnerstagabend sehr unterschiedlich.

Der fraktionslose Karl Schulze Temming-Hanhoff monierte, dass erneut eine Einzelfallentscheidung gefordert wird, wo endlich ein „roter Faden“ her müsse. Der gültige Bebauungsplan weise für dieses Grundstück eine rückwärtige Erschließung aus, die nach Verzicht des Vorkaufsrechtes nun nicht mehr realisiert werden könne. Es komme ihm ohnehin seltsam vor, dass diese Anträge sehr schnell bearbeitet würden, während seine Anträge nahezu zwei Jahre in der Verwaltung unbearbeitet liegen bleiben würden.

Marko Bahr (FDP) hatte grundsätzliche Bedenken: „Wir setzen das direkt in ein Wohngebiet. Bei den Betrieben herrscht aber ständig Verkehr.“ Hermann Hitz (UWG) erinnerte daran, dass es noch vor gar nicht so langer Zeit massive Probleme mit parkenden Autos an der Harpstedter Straße gegeben hatte. Wenn auf dem Grundstück, dass jetzt als Parkplatz genutzt werde, wieder ein Gebäude stünde, dann habe man die gleiche Situation wie vorher. 

Zwar sollen hinter dem neuen Gebäude 20 neue Einstellplätze geschaffen werden, aber das würde die Situation nicht genug entlasten. Heiner Spille (UWG) betonte, dass die bereits bestehenden Gewerbebetriebe schon nur als Ausnahme genehmigt wurden. „Nun auf der anderen Seite noch eine Ausnahme?“, fragte er. Das könne er nicht gut heißen.

Trotz der Bedenken, empfahl der Ausschuss mehrheitlich den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplanes zu empfehlen. „Wir müssen die Planung ja nicht bezahlen“, so Wolfgang Sasse (CDU). „Dann können wir erst mal sehen, was konkret geplant ist.“ Und wenn eine Realisierung dann doch wenig sinnvoll erscheine, könne das Verfahren ja immer noch gestoppt werden.

dr

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