Aldi hofft auf schnelle Baugenehmigung

Statik bringt Neubaupläne ins Wanken

Im Aldi-Markt an der Dr.-Dürr-Straße soll Anfang 2019 das neue Innenraumkonzept umgesetzt werden. Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Eine derart lange Vorlaufzeit für den Neubau eines Einkaufmarktes auf dem Grundstück eines in die Jahre gekommenen Geschäftes dürfte der Aldi-Konzern eher selten haben.

In Wildeshausen dauert das Genehmigungsverfahren inklusive der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mittlerweile länger als zwei Jahre. War der Abriss zunächst schon im Jahr 2017 geplant, und war man dann zuversichtlich, immerhin für Januar 2019 das Abrissunternehmen bestellen zu können, hofft der Einzelhandelsriese jetzt erst einmal, noch in diesem Jahr die Baugenehmigung vom Landkreis Oldenburg zu bekommen. „Wenn wir sie Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum liegen hätten, wären wir schon sehr froh“, drückt es Longinus Flenker, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi Nord, bildlich aus.

Die Schwierigkeiten lagen und liegen im Detail. Zunächst war eine langwierige Abstimmung zwischen dem Landkreis Oldenburg und der Stadt Wildeshausen erforderlich, um zu klären, ob der auf 1 200 Quadratmeter vergrößerte Neubau mit den veränderten Festsetzungen des Landesraumordnungsplanes vereinbar ist. Das wurde mittlerweile positiv für den Discounter geklärt, doch die statischen Berechnungen des Aldi-Architekten für die Beton-Fertigteilkonstruktion an der Hapstedter Straße genügten dem Bauamt und dessen beauftragtem externen Statiker nicht. Nun hat Flenker mit dem Landkreis vereinbart, dass schnellstmöglich umfangreichere Berechnungen eingereicht werden.

Die Fassade wurde aufgefrischt.

Wenn die Baugenehmigung Anfang 2019 vorliegt, muss Aldi die Aufträge ausschreiben und die Arbeiten für Abbruch und den Rohbau vergeben. „Dafür suchen wir regionale Anbieter“, erklärt Flenker. Da die Auftragsbücher der Baufirmen voll seien, sei es nun denkbar, den alten Aldi noch bis über die Osterzeit geöffnet zu halten. „Wir haben großes Interesse daran, die Kundenwünsche zu berücksichtigen“, sagt Flenker, der einen Monat für den Abiss und fünf Monate für den Bau rechnet. Somit könnte der neue Aldi im Oktober öffnen und wegen des verzögerten Baustarts aktuelleren Erkenntnissen entsprechen. Dazu gehören eine neu abgestimmte Innenausstattung mit moderner Haustechnik sowie der Ersatz von klimaschädlichen Gasen durch umweltfreundlichere Lösungen.

Für ein halbes Jahr hat Wildeshausen dann nur einen Aldi-Standort. Dieser soll bis dahin deutlich attraktiver werden, obwohl die Immobilie nur gemietet ist. „Wir haben bereits die Fassade gestrichen“, erklärt Flenker. „Im Februar und März wollen wir zudem das Ambiente mit dem modernen Innenraumkonzept anpassen.“ Ziel sei es, im alten Markt gute Einkaufserlebnisse zu bieten, während das Gebäude an der Harpstedter Straße abgerissen wird. 

dr

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