Gelbweiße Strohblume soll geschützt werden / Spezialist für störungsanfällige Standorte

Stark gefährdete Pflanzenart in Fußwegfugen

Seltene Art: Die gelbweiße Strohblume auf dem Fußweg in Wildeshausen.
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Seltene Art: Die gelbweiße Strohblume auf dem Fußweg in Wildeshausen.
  • Dierk Rohdenburg
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Wildeshausen – Einen Zufallsfund machte ein Wildeshauser Bürger vor wenigen Tagen an einer Straße in der Kreisstadt, deren Name nicht veröffentlicht werden sollte: Auf dem Fußweg wachsen an mehreren Stellen Exemplare der gelbweißen Strohblume. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Helichrysum lutooalbum, und sie ist in der Roten Liste der bedrohten Pflanzen als stark gefährdet (Kategorie zwei) geführt.

Der Bürger informierte umgehend die Leiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg, Annika Mutke. Ein Mitarbeiter sicherte einen Teil der Pflanze, sodass laut Mutke nun viele Indizien darauf hinweisen, dass es sich um die gelbweiße Strohblume handelt.

Spezialist für Brachstandorte

Die Pflanze ist ein Spezialist für Brachstandorte. Laut Mutke handelt es sich um eine Ruderalart, die mit starker Nutzung und Störung durch Fußgänger gut klarkommt. Möglicherweise, so die Expertin, sei die Pflanze an der Stelle aus Samen aufgewachsen und könne dort als Spezialist gut leben. „Wir werden jedoch den Bauhof und Anlieger darauf hinweisen, dass dort nicht gespritzt oder Unkraut verbrannt werden sollte“, betont Mutke. Ihr Amt hat Hinweise, dass die Pflanze in Oldenburg auch schon häufiger vorkommt. Dennoch soll sie natürlich nicht von Bürgern gepflückt werden. Am besten sei es, wenn die Pflanze in Ruhe gelassen werde, so Mutke. Sie umzusetzen, sei keine Lösung.

In Bremen wurde ein Bauprojekt verschoben

In Bremen-Huckelriede war im Januar der Bau einer Flüchtlingsunterkunft wegen des Nachweises der Pflanze verschoben worden. Der Baustart von rund 220 Wohnungen wurde in den Sommer verlegt. Das Vorkommen der gelbweißen Strohblume wurde eingezäunt, denn es war geplant die Samen der Pflanze einzusammeln und zu sichern. So habe man den Vorteil, viele neue Pflanzen ziehen zu können, so der Biologe Henning Harder von der Hochschule Bremen.

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