33 Tote in Wildeshausen

Stadt pflanzt ersten Corona-Baum zur Erinnerung an die Toten

Der Anfang: Bürgermeister Jens Kuraschinski (von links), Ratsvorsitzender Günter Lübke und Ratsherr Matthias Kück auf dem Friedhof.
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Der Anfang: Bürgermeister Jens Kuraschinski (von links), Ratsvorsitzender Günter Lübke und Ratsherr Matthias Kück auf dem Friedhof.

Die Stadt Wildeshausen hat am Dienstag den ersten von 33 Corona-Bäumen gepflanzt. Sie sollen an die Pandemie-Toten aus der Kreisstadt erinnern.

Mehr als 94 000 Corona-Tote in Deutschland, über 6 000 in Niedersachsen, 119 im Landkreis Oldenburg und 33 in der Stadt Wildeshausen: „Hinter jeder einzelnen Ziffer stehen Menschen, Familien, Schicksale“, sagte Bürgermeister Jens Kuraschinski am frühen Dienstagabend auf dem Wildeshauser Friedhof. Dort ist der erste von 33 Corona-Bäumen gepflanzt worden, die an die Menschen aus der Kreisstadt erinnern sollen, die mit oder an dem Virus gestorben sind.

Man müsse sich angesichts der vielen Zahlen vor Gleichgültigkeit hüten, mahnte Kuraschinski. „Es gehört zur Menschlichkeit und Solidarität, der Toten zu gedenken.“ Der Blutbuche sollen 32 weitere Bäume folgen, die nicht nur auf dem Friedhof, sondern auch an anderen Orten in der Stadt aufgestellt werden. Die genauen Standorte sind allerdings noch nicht klar. Am Friedhof soll außerdem eine Plakette über die Aktion informieren. Namentlich gekennzeichnet werden die 33 Bäume nicht.

Die Blutbuche markiert den Anfang der Aktion.

„Die Pandemie hat uns alle getroffen. Wir alle mussten und müssen Opfer bringen“, sagte der Bürgermeister. „Aber wer einen Angehörigen verloren hat, ist besonders betroffen.“ Sein Mitgefühl gelte den Verwandten, Freunden und Nachbarn der Pandemie-Toten. „Mit den Bäumen wollen wir als Stadt ein Zeichen setzen, dass die Trauer und das Leid nicht vergessen sind“, betonte Kuraschinski.

Erinnerung für Generationen

Der Ratsvorsitzende Günter Lübke hat die Patenschaft für die Blutbuche übernommen, nachdem der Bürgermeister ihn gefragt hatte. „Ich hoffe, dass die Erinnerung bleibt“, sagte Lübke. Bäume lebten oft viele Generationen lang. Der Standort sei für ihn persönlich zudem gut gewählt, da er oft am Lehmkuhlenweg vorbeifahre. Für die anderen Patenschaften haben sich schon einige Ratsmitglieder gemeldet. Zu deren Aufgaben gehört es, ein Auge auf die Bäume zu haben, vielleicht im Sommer auch mal zur Gießkanne zu greifen. Der neue Rat hat 35 Mitglieder, sodass theoretisch genügend Personen für Patenschaften zur Verfügung stehen.

Die Heinz-Wieker-Stiftung hat die Bereitschaft signalisiert, die Finanzierung der Gewächse zu übernehmen. Allerdings ist in der Sache offenbar noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Die Stiftung fördert traditionell das Pflanzen von Bäumen in der Region.

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