Stadt Wildeshausen möchte Wohnhaus für Flüchtlingsunterbringung nutzen

Heilstättenstraße: Mietvertrag vor Abschluss

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Bald ein Haus für Flüchtlinge: Die Immobilie an der Heilstättenstraße, die der Diakonie Himmelsthür gehört.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Zehn Monate ist es schon her, dass die geplante Anmietung eines Wohnhauses der Diakonie Himmelsthür an der Heilstättenstraße durch die Stadt Wildeshausen für Unruhe in der Nachbarschaft sorgte. Geplant ist dort die Unterbringung von Flüchtlingen. Nun endlich soll der Mietvertrag unterzeichnet werden.

„Wir befinden uns in der finalen Abstimmung“, bestätigte Stadt-Pressesprecher Sebastian Pundsack. Weitere Details wolle man aber nicht bekannt geben, da es schon genug Aufregung gegeben habe. Fakt ist: Während sich die Emotionen einigermaßen gelegt haben, gestalteten sich die Verhandlungen über den Mietvertrag sehr zäh. Ursprünglich sollte das Haus schon zu Beginn des Jahres angemietet werden. Der Verwaltungsausschuss der Stadt gab „grünes Licht“ für die Mietzahlung, doch die Ausgestaltung des Vertrages sorgte für Verzögerungen. Entscheidend war die Bewertung, ob ein normaler Hausmietvertrag oder ein Gewerbemietvertrag abgeschlossen werden soll.

Die Versicherung klassifiziert eine Immobilie, in der Flüchtlinge wohnen werden, die nicht unbedingt alle einer Familie angehören, als Sammelunterkunft und sieht für diesen Fall eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es zu „Totalverlusten“ kommt. Für den Landkreis hingegen kommt nur ein Wohnungsmietvertrag in dem reinen Wohngebiet infrage. Ein Gewerbemietvertrag würde die Pflichten für den Mieter deutlich erhöhen und daran haben die Stadt Wildeshausen und der Landkreis Oldenburg kein Interesse.

Wie auch immer der Vertrag aussehen wird, ist es geplant, die Immobilie nach Möglichkeit für zwei Flüchtlingsfamilien zu nutzen. Bis zu 16 Personen könnten in dem Gebäude Platz finden. Die Stadt möchte sich ganz ausdrücklich dafür einsetzen, dass nicht etwa junge Männer ohne Familienanschluss in dem geschlossenen Wohngebiet unterkommen.

„Ich freue mich, dass der Mietvertrag endlich zustande kommt“, erklärte gestern Jörg Arendt-Uhde, Regionalgeschäftsführer der Himmelsthür. „Das ist ein gutes Signal für Wildeshausen.“

Konkret gibt es für die Kreisstadt keine neuen Zuweisungen an Flüchtlingen. Die Kommune hat bislang die Quote übererfüllt. Auch der Landkreis Oldenburg sieht die Situation noch recht entspannt. Wie Sozialdezernent Bodo Bode mitteilt, habe man die alte Quote fast erreicht.

Schon in zwei Wochen dürfte dem Kreis jedoch die neue Quote ins Haus stehen. Bode rechnet mit einer Zahl in ähnlicher Größenordnung wie bei der jüngsten Zuweisung. Somit dürften bis Ende des Jahres weitere 500 Personen in den Landkreis kommen. Spätestens dann wird die Stadt Wildeshausen die Immobilie an der Heilstättenstraße dringend benötigen.

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