Verwaltung weist Vorwürfe zurück

Stadt Wildeshausen kritisiert Museumsbesitzer Karsten Kolloge

Hohes Potenzial: Das Brennereimuseum an der Wittekindstraße könnte touristisch ein Leuchtturm der Kreisstadt sein, aber Eigentümer und Stadt sind zerstritten.
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Hohes Potenzial: Das Brennereimuseum an der Wittekindstraße könnte touristisch ein Leuchtturm der Kreisstadt sein, aber Eigentümer und Stadt sind zerstritten.

Die Stadt Wildeshausen wehrt sich gegen Vorwürfe von Karsten Kolloge, Besitzer der alten Brennerei in Wildeshausen. Die Stadt sei aber offen für Gespräche.

Die Stadt Wildeshausen weist die gegen sie vom Besitzer des Dampfkornbranntweinbrennereimuseums, Karsten Kolloge, erhobenen Vorwürfe zurück. Dieser hatte im Gespräch mit unserer Zeitung mangelnde finanzielle Unterstützung beklagt. Seiner Darstellung zufolge hat die Stadt in zehn Jahren nur 20 Euro an den Museumsverein überwiesen. Dieser hatte am Dienstagabend beschlossen, eine Auflösungsversammlung einzuberufen. Kolloge hatte den Pachtvertrag mit dem Verein gekündigt, weil er sich nicht ausreichend von der Stadt gefördert fühlte.

„Die Stadt bedauert die beabsichtigte Auflösung des Brennereivereins sehr, kann aber die vom Eigentümer des Museums, Herrn Karsten Kolloge, ebenso wie die von der Vorsitzenden des Brennereivereins, Frau Karin Holtmann-Kolloge, gegen die Stadt erhobenen Vorwürfe weder in der Sache noch in ihrer Form nachvollziehen“, schreibt Stadtsprecher Hans Ufferfilge in einer Mitteilung. Insbesondere die Behauptung, die Stadt habe dem Brennereimuseum oder dem Verein nicht die nötige Unterstützung zuteilwerden lassen, träfe nicht zu.

Es seien finanzielle Mittel angeboten worden

Entgegen Kolloges Darstellung habe die Stadt in vielfältiger Weise finanzielle Mittel zur Unterhaltung des Museums und für den laufenden Betrieb zur Verfügung gestellt oder dies zumindest angeboten. So habe die Stadt seit Jahrzehnten die Grundabgaben für das Brennereigebäude übernommen. Darüber hinaus habe die Kommune seit Langem jährlich 500 Euro pauschal als Zuschuss für die Reinigung des Museums im Haushalt bereitgestellt. „Diesen Betrag hat der Verein jedoch seit einiger Zeit aus für die Stadt nicht nachvollziehbaren Gründen nicht mehr abgerufen“, heißt es weiter.

Des Weiteren seien pro Jahr 900 Euro als institutionelle Zuschüsse im Rahmen der Kulturförderung bereitgestellt worden. Der dafür mit dem Museumsverein erforderliche Vertrag habe allerdings letztlich nicht geschlossen werden können. „In diesem Zusammenhang ist darauf zu verweisen, dass die institutionelle Förderung an Förderbedingungen geknüpft ist, die von allen Empfängern eingehalten werden müssen. Im Übrigen ist festzustellen, dass weder der Eigentümer des Brennereigebäudes noch der Brennereiverein in den vergangenen Jahren im Hinblick auf etwaige Investitionen oder Baumaßnahmen weitergehende Förderanträge bei der Stadt oder der Kulturförderung gestellt hat“, heißt es weiter.

„Brennereiverein hat Zuschussantrag zurückgezogen“

Zuletzt hatte der Rat Ende 2020 einen Antrag des Museumsvereins für die Aufrechterhaltung des Betriebs in der beantragten Höhe von 4 500 Euro bewilligt. „Den Gremien war es in diesem Zusammenhang allerdings wichtig, dass eine Vereinbarung über regelmäßige Öffnungszeiten für das Brennereimuseum getroffen wird. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass das Museum bereits seit Jahren nicht mehr im Rahmen regelmäßiger Öffnungszeiten besichtigt werden kann“, so Ufferfilge. „Zu einer Vereinbarung in Bezug auf den bewilligten Zuschuss kam es dann leider nicht mehr, weil der Brennereiverein den Zuschussantrag zurückgezogen hat, als die Stadt wegen der Ausgestaltung der Vereinbarung auf den Verein zugegangen ist.“

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Insgesamt stelle sich vor dem Hintergrund, dass die Stadt dem Brennereiverein finanzielle Mittel angeboten habe, die nicht abgerufen wurden, und dass seitens des Vereins keine weitergehenden Anträge auf Förderung von Investitionsmaßnahmen gestellt wurden, aus Sicht der Stadtverwaltung weniger die Frage, „ob die Stadt genug für den Brennereiverein getan hat, sondern vielmehr jene nach der Motivation des Vereins, kontinuierlich einen gemeinsamen Weg abzulehnen“. Die Stadt verkenne dabei aber nicht, dass die alte Brennerei eine ganz wesentliche Leuchtturmfunktion für die touristische Entwicklung Wildeshausens haben könne und solle. Die Tür zu Gesprächen stehe offen.

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