Aufforstung für Industriegebiet erfolgt in Großenkneten / 149 000 Euro jährlich

Stadt reserviert Ausgleichsflächen

Auf dem Plan ist der Geltungsbereich des Bebauungsplanes für das Industriegebiet abgebildet.

Wildeshausen – Seit Jahren möchte die Stadt Wildeshausen einen Flächennutzungsplan für das Gebiet aufstellen, auf dem das Industriegebiet Wildeshausen-West entstehen soll. Das Projekt scheiterte im Jahr 2014 zunächst, weil der Landkreis Oldenburg den vom Wildeshauser Rat beschlossenen Plan aus Naturschutzgründen nicht genehmigen wollte.

Dieses Veto ist nun bei der Neuauflage wohl nicht zu erwarten, weil Wildeshausen den Verlust des Waldes zwischen der Ahlhorner Straße und der Autobahn 1 durch Ausgleichsmaßnahmen kompensieren möchte. Rund 17 Hektar Fläche sollen netto für das Industriegebiet genutzt werden. Dafür muss die Stadt etwa 40 Hektar Ackerland und Wald gezielt aufforsten lassen, damit sie einen höheren Wert für den Naturschutz bekommen.

„Diese Fläche haben wir nicht“, so Wirtschaftsförderer Claus Marx. Darum habe der Verwaltungsausschuss beschlossen, einen Vertragsumweltschutz einzugehen. Man habe mit den Niedersächsischen Landesforsten einen Kontrakt ausgehandelt, bei dem es zwar noch Detailfragen zu klären gebe, der aber in diesem Monat abgeschlossen werden soll.

Als Ausgleich für die Abholzung von Wald sollen Flächen im Süden von Wildeshausen in der Nähe des Pestruper Gräberfeldes sowie auf dem Gebiet der Gemeinde Großenkneten aufgeforstet werden. Sie sind im Besitz des Staatlichen Forstamtes Ahlhorn. Zu den dafür anfallenden Kosten wollte Marx keine Angaben machen. Nach Informationen unserer Zeitung muss die Stadt allerdings als Reservierungsentgelt 149 000 Euro jährlich bezahlen. Wenn dann die konkreten Maßnahmen anstehen, wird es wohl erst richtig teuer, denn mit der Anpflanzung von Bäumen ist der Ausgleich nicht zu gewährleisten. Dazu gehört eine umfangreiche und jahrelange forstliche Betreuung. Sollte das Industriegebiet nicht wie geplant realisiert werden können – beispielsweise, weil angekündigte Klagen der Anwohner Erfolg haben – dürfte das Reservierungsentgelt, das die Stadt gezahlt hat, unter Verlust zu buchen sein.

Das könnte auch für Flächen gelten, die die Stadt von Privatleuten erwerben möchte, um das Industriegebiet zu erschließen. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Stadt einen Vertrag mit zwei Flächenbesitzern abgeschlossen, denen sie elf Euro pro Quadratmeter zahlen muss. In einem weiteren Vertrag sichert die Stadt zwei anderen Flächenbesitzern 6,50 Euro pro Quadratmeter zu. Investor Harro Taube kauft nach Angaben von Marx zudem sieben Hektar Fläche, auf der unter anderem ein Autohof gebaut werden soll. Die Pläne seien weiter aktuell, so Marx. Die Stadt ist auf den Investor angewiesen, da dieser die Erschließung direkt an der Ahlhorner Straße vornehmen würde.  dr

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