Kritische Worte zu Klimaschutz und Landwirtschaft

Erntefest in Düngstrup: Stadt und Land feiern Hand in Hand

Die Erntekrone hängt: Im Anschluss wurde in Düngstrup zünftig gefeiert. Foto: Meyer
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Die Erntekrone hängt: Im Anschluss wurde in Düngstrup zünftig gefeiert.

Düngstrup – Spannung machte sich breit am Samstagabend im Saal der Gaststätte Schönherr in Düngstrup. So recht wollte es zunächst nicht funktionieren, das Aufhängen der Erntekrone. Umso stärker fiel der Applaus aus, als das Schmuckstück endlich die Decke des Saales zierte. Der Heimatverein Düngstrup, das Landvolk Wildeshausen und der Landfrauenverein Wildeshausen-Dötlingen hatten zum Erntefest eingeladen.

Nicht nur Vertreter von Kirche, Stadtverwaltung und Landkreis waren der Einladung gefolgt, sondern auch zahlreiche Mitglieder der umliegenden Dorfgemeinschaften sowie weitere Gäste.

„Die Landwirtschaft stellt die Ernährung unserer Gesellschaft sicher. Und dies mit Nahrungsmitteln in hervorragender Qualität“, betonte der Vorsitzende des Heimatvereins Düngstrup, Hergen Stolle, in seiner Eröffnungsrede. „Diese Tatsache alleine reicht eigentlich dazu aus, dafür Danke zu sagen“, führte er aus. Stolle ging auf die aktuelle Problematik des Klimaschutzes ein und kritisierte die Darstellung der Landwirtschaft als Sündenbock für die Klimaveränderung. Aufgrund kaum nachvollziehbarer Maßnahmen durch die Bundesregierung würden viele Landwirte verzweifeln, erklärte er. „Und dieses Unverständnis kann ich gut nachvollziehen“, betonte Stolle.

„Insgesamt verdient aus meiner Sicht die Landwirtschaft gesamtgesellschaftlich mehr Anerkennung, Respekt und Achtung für die gesund und günstig produzierten Lebensmittel, damit auch in Zukunft noch Hofnachfolger elterliche Betriebe übernehmen“, konnte Stolle den Bogen zum Thema Erntefest spannen. Besonders in seiner Rolle als Vorsitzender des Heimatvereins liege ihm das gesellschaftliche Miteinander unter Einbindung der Landwirtschaft sehr am Herzen, erklärte er.

Auch der stellvertretende Landrat Günter Westermann sowie Pastor Lars Löwensen fanden in ihren Grußreden die Verbindung zwischen Erntedank und Klimaschutzthemen.

So betonte Westermann, er habe bei landwirtschaftlichen Themen einen guten Einblick. „Ich habe selbst 50 Jahre hauptberuflich Landwirtschaft betrieben“, erläuterte er. Wenn es erst einmal so weit sei, dass die Landwirtschaft nicht mehr in Deutschland produzieren könne, sondern Lebensmittel ausschließlich aus dem Ausland importiert würden, sei das sprichwörtliche Kind in den Brunnen gefallen, meinte er. Denn die Qualität und die Produktionsumstände seien dann nicht mehr nachvollziehbar.

Löwensen gab seine Gedanken in Gedichtform kund. „…merkt auch der Letzte dann, dass man Geld nicht essen kann“, endete der kurze Vers über Erntedank sowie Lust und Mühe der Landwirte, die Menschen mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu versorgen.

Der Ratsvorsitzende der Stadt Wildeshausen, Günter Lübke, stützte sich bei seinen Worten auch auf das Motto des diesjährigen Erntefestes: „Stadt und Land – Hand in Hand“. Ganz traditionell auf Plattdeutsch verkündete er, dass er dieses Motto für sehr zeitgemäß halte. So hoffe er, dass auch in Zukunft in den Köpfen der Menschen der Weg von Düngstrup nach Wildeshausen genauso kurz sei wie der Weg von Wildeshausen nach Düngstrup und es noch viele gute besuchte Erntefeste in der Landgemeinde gebe.

Nach einer tänzerischen Darbietung durch den SC Wildeshausen war dann die Tanzfläche für alle Anwesenden freigegeben. Sie nutzten diese Chance bis in die frühen Morgenstunden.

Die Erntekrone hatten in diesem Jahr die Mitglieder der Dorfgemeinschaft Thölstedt-Hesterhöge gebunden. Sie zieht am kommenden Wochenende um in die Wildeshauser Alexanderkiche. Wiederum eine Woche später soll sie das Foyer des Stadthauses in der Kreisstadt schmücken.  

jm

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