Diskussion über Durchgangsbreite auf Fußwegen in der Innenstadt 

Stadt Wildeshausen greift nicht hart durch – Rentner empört

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Engpass an der Westerstraße. Wenn Kunden an der Außentheke stehen und Gäste auf den Stühlen sitzen, fehlt Raum für Gehbehinderte, die mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind.

Wildeshausen - Die Stadt Wildeshausen sieht keine gravierenden Verstöße, kontrolliert aber nach eigenen Aussagen regelmäßig weiter – der gehbehinderte Bürger hingegen ist empört darüber, dass sein Anliegen nicht so aufgenommen wird, wie er es sich wünscht.

Ganz offenbar sind die Wahrnehmungen über Gehwegbreiten in der Innenstadt und die Toleranz bei der Außengastronomie sehr unterschiedlich, wie sich im Telefon- und Briefkontakt zeigt. Vor Wochen hatte sich Rentner Wilfried Papenhusen aus der Gemeinde Großenkneten bei der Stadtverwaltung dafür eingesetzt, dass an der Westerstraße auf dem Fußweg genügend Platz für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte gelassen wird (wir berichteten). Insbesondere vor einer Eisdiele, so Papenhusen, komme es zu Engpässen, weil die Bestuhlung auf dem Fußweg stehe.

Die Stadtverwaltung hat nach Auskunft von Pressesprecher Hans Ufferfilge diesen und andere Bereiche im Blick und achtet genau darauf, dass es nicht zu größeren Verstößen gegen die Durchgangsbreite von mindestens 1,50 Metern kommt. Das habe man auch Papenhusen mitgeteilt. Auf der anderen Seite sei Außengastronomie in der Innenstadt aber auch wünschenswert.

"Ungeheuerlicher Affront"

Der Verweis darauf, dass man vielleicht mal warten müsse, wenn vor dem Eistresen mehrere Menschen stehen und alle Stühle besetzt sind, empfindet Papenhusen jedoch als einen „ungeheuerlichen Affront gegen Menschen mit Gehbehinderungen jeglicher Art“. Sein letzter Besuch in Wildeshausen, so der Rentner, habe folgendes Ergebnis gezeigt: „Die theoretische Durchgangsbreite beträgt vor der Eisdiele 1,20 Meter unter der Voraussetzung, dass kein Kunde am Tresen steht und kein Gast die Stühle auf der Innenseite benutzt. Genau dieses findet regelmäßig statt und führt zu der reklamierten Verengung“, so Papenhusen. 

„Mir kam eine ältere Dame mit Rollator entgegen. Aus dem Einkaufskorb ragte ein Bund Porree hinaus, und die gefüllte Handtasche der Dame hing am gegenüberliegenden Griff. Die Frau hatte einen geschätzten Platzbedarf von bis zu 80 Zentimeter. Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen und Gehhilfen sind nun mal Bestandteil unserer Gesellschaft und haben einen größeren Bedarf an Rücksichtnahme als andere. Schade, dass die Stadt Wildeshausen anderen Faktoren eine höhere Priorität einräumt, statt sich angemessen dieser Minderheit in der Gesellschaft anzunehmen.“

Den Vorwurf, sich nicht zu kümmern, möchte Ufferfilge so nicht stehen lassen. „Wir sind am Ball“, sagt er, wirbt jedoch auch darum, dass man füreinander Verständnis haben sollte, damit alle in der Innenstadt zu ihrem Recht kämen. In diesem Zusammenhang ist wohl auch die von Papenhusen zitierte Anregung des Ordnungsamtes zu sehen, dass man einen Gast, dessen Stuhl in den verbleibenden Gehweg rage, durchaus bitten könnte, kurz aufzustehen und Platz zu machen. - dr

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