Taten in Wildeshausen und Harpstedt

Brandstiftung, Einbrüche, Schmierereien: Kriminelle haben Kirchen im Visier

Entsetzen vor der Kirche: Bernhard Kramer, Pastoralreferent Matthias Goldberg, Küster Wolfgang Jöllenbeck von der Alexanderkirche und Pastor Ludger Brock (v.l.).

In Wildeshausen und Harpstedt sind Kirchengemeinden in den vergangenen Wochen Opfer mehrerer krimineller Taten geworden. Am Freitag kam es in der St.-Peter-Kirche Wildeshausen zu einer Brandstiftung. Ob die Taten zusammenhängen, ist offen.

Update zur St.-Peter-Kirche, 9. September

Die Ermittlungen zum Brand in der St.-Peter-Kirche in Wildeshausen haben zu neuen Erkenntnissen geführt.

Nach bisherigem Ermittlungsstand wurde das Sitzpolster einer Sitzbank mutwillig in Brand gesetzt. Durch die starke Rauchentwicklung, die durch das Abbrennen des Sitzpolsters entstanden ist, wurde das Inventar der Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen.

Aufgrund aufwendiger Reinigungsarbeiten beläuft sich der Schaden nun auf etwa 100.000 Euro.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei Wildeshausen nochmals um Zeugenhinweise. Es wird nach Zeugen gesucht, die am 30. August 2019 im Zeitraum von 12 Uhr bis 15.15 Uhr verdächtige Personen in oder im Nahbereich der Kirche gesehen haben. Hinweise werden unter der Telefonnummer 04431/941115 entgegengenommen

Originalmeldung

Wildeshausen - Unbekannte Täter haben am Freitag gegen 15 Uhr versucht, Teile der St.-Peter-Kirche in Wildeshausen in Brand zu setzen. Sie zündeten auf der Treppe zur Orgelempore mit Opferkerzen Gesangbücher an, die allerdings nicht entflammten. Mehr „Erfolg“ hatten die Täter in einer der letzten Sitzreihen. 

Dort zündeten sie offenbar erneut mit Streichhölzern und der Flamme eines Opferlichtes ein Gesangbuch und das Sitzpolster einer Bankreihe an. Letzteres schmorte auf ganzer Länge von vier Metern und entwickelte so viel Qualm, dass dieser bis zum Altarraum zog. Die Holzbänke gerieten glücklicherweise nicht in Brand. Dann hätte sich ein Feuer vermutlich ungehindert ausweiten können.

Entdeckt wurde der Rauch vom 15-jährigen Joel Saalfeld. Der Jugendliche hatte die Kirche durch die Sakristei betreten wollen, weil er eine Ausbildung zum Organisten macht. „Ich wollte zur Orgel gehen. Da habe ich gemerkt, dass alles verqualmt war“, berichtete er. „Ich bin schnell zum Pastor rübergelaufen und habe ihn gewarnt.“

Pastor informiert Feuerwehrmann Conrad Kramer

Pastor Ludger Brock war sofort alarmiert, als er den Qualm sah. Er lief gleich nach gegenüber, wo Feuerwehrmann Conrad Kramer seinen Handwerksbetrieb hat. Dieser alarmierte die Kollegen mit der Drehleiter. In der Kirche gab es jedoch nichts mehr zu löschen. Die Feuerwehr konnte lediglich mit einem Entlüftungsgerät für frische Luft sorgen.

Die Sitzkissen in der Kirche wurden angezündet.

„Ich bin geschockt“, so Brock angesichts des Schadens. Auch Provisor Bernhard Kramer war schnell zur Kirche geeilt. Entsetzt blickte er auf den Schaden. „Alles verrußt“, stellte er fest. „Die Orgel werden wir komplett auseinanderbauen und säubern lassen müssen. Das kostet bestimmt bis zu 30 .000 Euro.“ Für die Reinigung der Kirche veranschlagte Kramer mindestens 50.000 Euro. Er hatte sofort Sachverständige informiert, die noch am Abend erwartet wurden, um den Schaden genauer abzuschätzen.

Die Kirche war gerade in der Zeit vor Ostern für 120.000 Euro saniert und gesäubert worden. Das Gotteshaus steht tagsüber immer offen, um Gläubigen Eintritt zu gewähren.

Zuletzt auch Schmierereien und Einbrüche

„Das müssen wir vielleicht noch einmal überdenken“, so Kramer, der ebenso wie Brock rätselte, wer für die Brandstiftung verantwortlich ist. Auffällig ist, dass es in den vergangenen Wochen Schmierereien an der Alexanderkirche sowie Einbrüche in die Gemeindebüros der Christuskirche in Harpstedt sowie der Alexanderkirche gegeben hat.

Pastor Brock weist darauf hin, dass in der St.-Peter-Kirche an diesem Wochenende keine Gottesdienste gefeiert werden können. Am Sonntag ist ab 9.45 Uhr Gottesdienst in Ahlhorn.

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