Auf den Spuren unserer Vorfahren 

Große Börse für Familienforschung im historischen Rathaus

Ahnenforschung vor Ort: Dieses Foto zeigt die gut besuchte Genealogiebörse 2018 in Cloppenburg. Foto: Kracke
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Ahnenforschung vor Ort: Dieses Foto zeigt die gut besuchte Genealogiebörse 2018 in Cloppenburg.

Wildeshausen – Wildeshausen feiert in den kommenden Monaten die Verleihung der Bremer Stadtrechte im Jahr 1270. Ganz so weit zurücklassen sich Forschungen zu den Vorfahren von Wildeshauser Bürgern in der Regel nicht verfolgen. Alle Interessierten haben jedoch die Möglichkeit, sich am Samstag, 21. März, von 10 bis 16 Uhr im historischen Rathaus in Wildeshausen auf Spurensuche nach Vorfahren zu begeben.

Der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen veranstaltet zusammen mit der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde (OGF) unter dem Titel „Genealogie zwischen Weser und Ems“ die erste Ahnenbörse im Landkreis Oldenburg.

„Das Jubiläumsjahr bietet sich dafür natürlich an“, so der Gesellschaftsvorsitzende Wolfgang Martens aus Kirchhatten. „Die Suche nach den eigenen Wurzeln, die Ahnen- oder Familienforschung (Genealogie), fasziniert heutzutage alle Generationen.“ Lokale Archive, Vereine und Institutionen aus Niedersachsen und Bremen bieten eine Fülle von Informationen, die sowohl Einsteigern wie auch langjährigen Forschern bei der Suche nach den Vorfahren und deren Geschichte helfen könnten. Kommerzielle Anbieter runden das Programm ab.

Eine alte Karte zeigt, welche Ortschaften vor einigen Jahrhunderten in der Region wichtig waren. Wildeshausen wird durch sein historisches Rathaus symbolisiert.

Wer Interesse an seinen Ahnen hat, sollte alte Dokumente mitbringen, denn eine Suche ist aus Datenschutzgründen erst ab einem Zeitpunkt ab 120 Jahren rückwärts möglich. „Gut wären Nachweise wie Familienbibeln, ,Ariernachweise‘ aus der Zeit des Dritten Reiches oder zumindest die Namen von den Großeltern oder Urgroßeltern“, sagt Martens. Der Verein verfüge über ein umfangreiches Datenmaterial, weil unter anderem viele Ortsfamilienbücher oder Verzeichnisse aus den heimischen Kirchspielen ausgewertet und digitalisiert worden seien. „Bis zu 300 Jahre zurück ist in manchen Fällen gut machbar“, zeigt sich der Genealoge optimistisch. Insbesondere für Wildeshausen wollen die Ahnenforscher sehr detailliert aufzeigen, wie die familiären Verbindungen in die Vergangenheit reichen. Die Arbeitsgruppe „Quellenerschließung“ der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde hat dazu die Gerichtsprotokolle des Alten Amts Wildeshausen der Jahre 1716 bis 1729 transkribiert und somit durchsuchbar gemacht. „Kaum eine andere Quelle berichtet so viel über das tägliche Leben mit all seinen Regeln und Einschränkungen in der damaligen Zeit“, teilt die Gesellschaft mit. „Es handelt sich um etwa 1000 Verhandlungen, und jede betrifft mehrere Beteiligte, wie Kläger, Angeklagte und Zeugen.“ Vielleicht seien auch Vorfahren von Messebesuchern dabei.

Für Ahnenforscher aus dem Oldenburger Land gibt es zudem seit Kurzem eine neue digitale Fundgrube: Die Landesbibliothek Oldenburg hat in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Familienkunde die Zeitschrift „Oldenburgische Familienkunde“ digitalisiert. Die seit 1959 herausgegebene Zeitschrift enthält wissenschaftliche Aufsätze, Quellen und andere Beiträge zur Familiengeschichtsforschung im Oldenburger Land. 56 Jahrgänge der Oldenburgischen Familienkunde von 1959 bis 2014 stehen ab sofort im Internet (http://digital.lb-oldenburg.de) für alle Interessierten weltweit kostenlos zur Verfügung. Dank automatischer Texterkennung lassen sich die digitalisierten Artikel nicht nur lesen, sondern auch nach einzelnen Namen oder Begriffen durchsuchen – und dies gleichzeitig in allen Jahrgängen. „Das neue Angebot ist nicht nur für die familiengeschichtliche Spurensuche interessant, sondern ermöglicht auch tiefe Einblicke in die Sozialgeschichte der Region Oldenburg“, so Martens.

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