Sprachförderung wird in Wildeshauser Kindergärten groß geschrieben

„Aus der Situation heraus“

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Bärbel Tabke-El Haddad (rechts) und Nicole Kratochfil sind froh, dass die Sprachförderung weitergehen kann.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Aus „Schwerpunkt-Kitas – Sprache und Integration“ wurde „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Von diesem Bundesprogramm profitieren vier Wildeshauser Kindergärten, denen jeweils eine halbe Stelle Sprachförderung finanziert wird (wir berichteten). Bereits im ersten Programm war unter anderem der städtische Kindergarten „Pusteblume“.

„Wir sind überaus froh, dass wir auch weiterhin in diesem Programm sind“, betonten Leiterin Bärbel Tabke-El Haddad und Nicole Kratochfil, Erzieherin und Fachkraft Sprache und Inklusion, die sich in der Einrichtung um die Sprachförderung kümmert. „Im neuen Programm sind jedoch die Eltern einbezogen, so geht es um Elternbegleitung und -beratung“, sagt Kratochfil.

Dabei machen beide Frauen deutlich, dass es sich bei der Förderung um alle Kinder und nicht etwa nur um die mit Migrationshintergrund handelt. Derzeit werden im Kindergarten insgesamt 13 Nationalitäten betreut. Etwa 20 Kinder haben Migrationshintergrund.

Es sei sehr wichtig, mit den Eltern zu arbeiten. „Außerdem gebe ich mein Wissen an das Team weiter, sodass es eine runde Sache wird“, betont Kratochfil. Wichtig sei, dass die Sprachförderung ganzheitlich gesehen werde: „Es bringt nichts, wenn wir uns an einen Tisch setzen und irgendwelche Bilder anschauen.“ Ein Wort, das ein Kind nicht kenne, könne es auch nicht leben: „Daher ist es überaus wichtig, dass die Sprachförderung aus der Situation heraus erfolge. Wenn sich zum Beispiel ein Kind mit Gummistiefeln in eine Pfütze stellt, so ist das sofort ein Thema, und der Wortschatz kann erweitert werden.“

„Daher ist es auch sehr wichtig, dass eine Fachkraft vor Ort ist“, fügt Tabke-El Haddad an. Die Kinder seien mit sehr viel Spaß bei der Sache. Egal, ob in den Gruppen oder auf dem Hof, die Sprachförderung werde ständig praktiziert: „Jetzt werden noch die Eltern ins Boot geholt, um zu zeigen, dass das eben die gelebte Pädagogik ist.“

Ebenso sieht es Kerrin Mellmann, Leiterin des Kindergartens „Schatzinsel“, in dem Erzieher Adrian Kownatzki als Sprachförderer tätig ist: „Diese Förderung ist überaus wichtig. Bei einigen besteht in der Tat erheblicher Bedarf. Es werden auch die Krippenkinder einbezogen.“ Aufgabe der Erzieher sei es ganz klar, den Mädchen und Jungen die Grundlagen der Sprache zu vermitteln.

„Wenn diese vernünftig sind, können sie sehr gut darauf aufbauen. Wenn aber unten schon etwas fehlt, geht die Schere sehr schnell immer weiter auseinander, und sie haben Probleme.“ Mit der zusätzlichen Kraft sei auch die Arbeit in kleinen Gruppen möglich. So sei es möglich, die Kinder rechtzeitig und vernünftig auf den Schulbesuch vorzubereiten.

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