Verein darf kein Vermögen anhäufen

Sport-Club Wildeshausen senkt Beiträge für zwei Jahre

Treue Mitglieder: Geehrt wurden unter anderem Bodo und Irma Schwarting (von links), Wolfram Persikowski und Christine Kuraschinski.
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Treue Mitglieder: Geehrt wurden unter anderem Bodo und Irma Schwarting (von links), Wolfram Persikowski und Christine Kuraschinski.

Macht dieser Schritt Schule? Der Sport-Club Wildeshausen senkt die Beiträge seiner Mitglieder, weil es im Lockdown weniger Angebote gab.

Der Sport-Club Wildeshausen senkt seine Mitgliedsbeiträge für zwei Jahre. Das hat die Mitgliederversammlung am Montagabend in der „Gildestube“ beschlossen und folgte damit weitgehend einem Vorschlag des Vorstands (wir berichteten). „Als Verein möchten wir aufgrund eingeschränkter oder fehlender Sportangebote etwas zurückgegeben“, sagte Geschäftsführer Volker Jaentsch.

„Durch die reduzierten Angebote haben wir geringere Ausgaben verzeichnet. Das Vereinsvermögen ist dadurch zum Jahresende 2020 um weitere rund 20 000 Euro gestiegen“, fasste er die Zahlen zusammen. „Mit dem Haushaltsvoranschlag für 2021 wird deutlich, dass wir momentan ein Luxusproblem haben“, bestätigte der Vorsitzende Horst Feenders. Die Vereinsmittel werden nach den aktuellen Hochrechnungen bis zum Jahresende noch einmal ansteigen. „Als Verein dürfen wir aber kein Vermögen anhäufen“, so Jaentsch.

Im Durchschnitt sollten die Beiträge um rund 25 Prozent unbefristet gesenkt werden. „Die Beschlussvorlage haben wir vom geschäftsführenden Vorstand zusammen mit den Abteilungsleitern aufgestellt“, berichtete der erste Vorsitzende. Ganz so schnell wollten die stimmberechtigten Mitglieder dem Vorschlag aber nicht zustimmen. Die Sportler diskutierten, ob die aktuellen und zukünftigen Mittel des Vereins noch anderweitig eingesetzt und investiert werden können. „Schon interessant“, stellte der Abteilungsleiter Basketball Edward Brouwer fest: „Wir sprechen länger über eine Beitragssenkung als über eine Erhöhung der Beiträge.“

Zwei Enthaltungen bei der Abstimmung

In einem Kompromiss einigten sich die Mitglieder bei zwei Enthaltungen darauf, dass die monatlichen Zahlungen vorerst ab 2022 für zwei Jahre gesenkt werden. Die Familienbeiträge sollen ab 2024 von einheitlich 16 auf 20 Euro ansteigen und sind dann immer noch niedriger als jetzt. „Die einheitlichen Familienbeiträge machen die Abrechnungen leichter und sind einfacher zu erklären“, zeigte der Geschäftsführer die Vorteile der Neuregelung noch einmal auf.

Mit einigen Begrüßungsworten hatte Feenders die Versammlung eröffnet und direkt im Anschluss Ehrungen vorgenommen. Ausgezeichnet wurden langjährige Mitglieder wie der ehemalige Vorsitzende von 1976 bis 1983, Wolfram Persikowski, der dem Verein bereits 45 Jahre die Treue hält. Ebenfalls 45 Jahre im SC Wildeshausen ist der Abteilungsleiter für Badminton, Holger Fink. „Für die Treue all unserer Mitglieder bedanke ich mich sehr. Wir konnten unsere Zahlen fast konstant halten“, so Feenders. Dem SC gehören 812 Mitglieder an. Damit ist er der zweitgrößte Sportverein der Stadt.

Neuer Vereinsbus übergeben

Noch vor der Versammlung hatte der SC seinen neuen Vereinsbus offiziell vorgestellt. Der Neunsitzer wird seinen Einsatz überwiegend für die Kinder und Jugendlichen haben, die durch ihre Übungsleiter zu Wettkämpfen und Meisterschaften gebracht werden. Die Anschaffungskosten lagen bei rund 31 500 Euro. Einen großen Teil hat der Sport-Club über ein Crowdfunding-Projekt finanziert. Dabei wird durch kleine und größere Spenden eine Zielsumme eingesammelt. Umgesetzt haben die Sportler das Projekt über die VR Bank Oldenburg Land in Wildeshausen.

Der neue Vereinsbus des SC Wildeshausen.

Insgesamt haben sich über die Plattform der Bank 75 Unterstützer beteiligt, die eine Spendensumme von 8 875 Euro einbrachten. Die VR Bank hat 6 710 Euro dazugegeben. Somit sind über das Crowdfunding 15 585 Euro zusammengekommen. Den übrigen Betrag hat der Verein durch eigene Mittel selbst getragen.

Seit März steht der frisch folierte Vereinsbus für Fahrten zur Verfügung. „Die Übungsleiter der Judo-Sparte haben ihn für ihren Restart eingesetzt“, so Jaentsch. Darüber hinaus konnte der Landkreis Oldenburg den Neunsitzer für eine Kinder- und Jugendfreizeit in Anspruch nehmen. „Der Jugendpfleger Dirk Emmerich war begeistert“, freute sich Jaentsch über das Feedback aus dem Kreishaus. Mitglieder können den neuen Kleinbus über die E-Mail-Adresse des Vereins buchen.

Noch eine letzte Personalie: Zum 1. Januar sucht der Verein eine neue Abteilungsleiterin für die Sparte Tanzen. Aktuell kümmert sich Angelika Smula um die 95 aktiven Tänzer. Die Angebote in dieser Sparte umfassen beispielsweise die Tanzdisziplinen Standard/Latein, Zumba und Hip-Hop.

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