Unterhaltsamer Abend

Spontane Schauspielerei im LiLi-Kino

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Günter Lösel (links) und Nicole Erichsen unterhielten die Besucher mit ihrer spontanen Schauspielerei, begleitet von Christian Frerichs an der Gitarre.

Wildeshausen - Den Titel für ihr Programm haben die „Stupid Lovers“ aus dem klassischen Theater gewählt: „Bereit sein ist alles“ stammt aus Shakespeares „Hamlet“. Ganz so ernst oder etwa distanziert ging es am Samstagabend im Wildeshauser LiLi-Servicekino glücklicherweise nicht zu. „Stupid Lovers“, das sind Nicole Erichsen und Gunter Lösel vom Improtheater Bremen. Und deren Fangemeinde wird in Wildeshausen immer größer. Im zum Theater umfunktionierten Kinosaal war kaum ein freier Platz auszumachen.

„Dürfen wir euch euchsen?“, fragte Erichsen in die Runde und setzte nach dem Einstiegslacher gleich nach. In der Vorstellungsrunde sollten alle Zuschauer gleichzeitig ihren Namen in Richtung Bühne rufen. Und schon war das Publikum ein Teil des Geschehens. Nur so kann Improtheater funktionieren. Die Zuschauer müssen mitmachen. Immer wieder werden sie direkt angesprochen, müssen den Akteuren auf der Bühne Stichworte geben, die diese dann spontan umsetzen. Dabei kann allerlei Verrücktes herauskommen.

Zu Beginn gaben allerdings die beiden Schauspieler die Richtung vor, übernahmen also noch einmal die Regie, bevor die Zuschauer das Zepter erhielten. Die Szene: Als Kinder mussten Lösel und Erichsen einen mit Schildern behängten Baustellenzaun überwinden. Die beiden Bremer lieferten sich für ihre Aktionen und Sätze gegenseitig die Vorlagen, die sie mit viel Wortwitz und Schlagfertigkeit verwandelten. In der zweiten Szene war dann das Publikum gefragt. „Welche Baustelle ärgert euch in Wildeshausen am meisten?“, wollte Erichsen von den Zuschauern wissen. Xenia aus dem Publikum antwortete: „Das Nichtschwimmerbecken im Freibad.“ Schon war der Stoff für die zweite Szene gefunden, die wie alle anderen Auftritte mit der Frage „Seid ihr bereit?“ eingeläutet wurde.

Lösel verwandelte sich spontan in Xenius, den Architekten für das Nichtschwimmerbecken. Aber die Umsetzung des Projekts fiel ihm schwer. Auch der Besuch mehrerer Kongresse für sein Fachgebiet in der ganzen Welt brachte ihn nicht so recht weiter. Erichsen schlüpfte derweil in die Rolle einer einfachen Laubfegerin im Schwimmbad, und ihr ketzerischer Kommentar verriet einiges an Geringschätzung für die Arbeit des Architekten. „Sie sollen doch nur ein Nichtschwimmerbecken bauen“, hielt sie ihm vor und brachte damit das Publikum zum Lachen sowie den Architekten zum Grübeln. „Wie groß sind die Kinder denn hier so in Wildeshausen?“, sinnierte er vor sich hin. Letztendlich kam es zu einer überraschenden Entwicklung: Da es kein Nichtschwimmerbecken gibt, müssen alle Nichtschwimmer schwimmen lernen – Problem gelöst, zumindest auf der Bühne des Kinos.

Es war wieder einmal ein höchst unterhaltsamer Abend, der beim Publikum sehr gut ankam. Unterstützt wurden die „Stupid Lovers“ von Christian Frerichs, der die Dialoge gekonnt und dezent auf seiner Gitarre untermalte.

Und auch wenn der jetzige Auftritt gerade erst gewesen ist, steht schon fest, wann die Bremer Schauspieler wieder in Wildeshausen auf der Bühne stehen. Und zwar kommendes Jahr am Freitag, 4. September, ab 20 Uhr. Und sie sind wieder im LiLi-Servicekino zu Gast, wo sie sich eine treue Fangemeinde erarbeitet haben, die sich den Termin vormerken sollte.

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